Nach Polizeipanne: Verbrechensopfer will Schmerzensgeld

BONN - Vor dem Bonner Landgericht klagt eine 18-jährige Frau in einem Zivilverfahren auf 100 000 Euro Schmerzensgeld vom Land Nordrhein-Westfalen.

Sie begründet die Klage damit, dass die Polizei vor drei Jahren nicht verhindert habe, dass sie 18 Stunden lang entführt und in dieser Zeit wiederholt vergewaltigt wurde. Eine Zeugin hatte der Polizei die Entführung gemeldet und auch das Autokennzeichen des vorbestraften Sexualtäters genannt. Bei der Fahndung unterliefen der Polizei zahlreiche Pannen.

Im vergangenen Jahr wurde das Verfahren gegen die beiden Polizisten wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt gegen Geldbußen von zusammen 4800 Euro eingestellt. Der Täter wurde wenige Monate nach der Tat zu sechs Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.

Die Zivilkammer schlug am Montag einen Vergleich vor: Das Land solle 75 000 Euro an das Opfer zahlen. Damit sollten aber alle zukünftigen Schäden abgegolten werden. Darauf ließ sich die Klägerin nicht ein. Niemand wisse, welche psychischen und physischen Auswirkungen das Vergewaltigungstrauma noch haben werde, sagte ihr Anwalt. Schließlich signalisierte das Land Verhandlungsbereitschaft über die Folgekosten. Wenn sich beide Seiten in den kommenden zwei Wochen nicht einigen, muss die Zivilkammer ein Urteil sprechen. - lnw

Quelle: wa.de

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