Polizei wühlt im Abfall nach Spuren

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Der Abfallbehälter an einem Parkplatz, an dem eine Passantin Mircos Jogginghose gefunden hatte. ▪

GREFRATH ▪ Überraschung im Fall des verschwundenen Mirco: Der Müll vom Parkplatz, auf dem Mircos Kleidung entdeckt wurde, ist doch nicht verbrannt, wie die Ermittler bislang glaubten. Er lagerte zwei Wochen lang unbemerkt auf einem Bauhof in einem großen Müllcontainer, bestätigte gestern Polizeisprecher Willy Theveßen.

Erst bevor der Müll tatsächlich verbrannt werden sollte, informierte die Bauhof-Leitung die Polizei. Die Beamten stoppten die Abfuhr des Mülls. Nun stehen sie vor einem Berg von 17 Kubikmetern Abfall aus den öffentlichen Mülleimern der Region. Er muss akribisch durchsucht werden, etwa nach Mircos Handy. 30 Polizisten sollen dies heute erledigen.

Die Polizei sieht die Schuld für die Verzögerung bei dem Bauhof-Mitarbeiter, der den Müll abholt: Er habe die Beamten falsch informiert und damit die Verzögerung verursacht. Warum dies geschah, soll der Mann nun den Ermittlern erklären.

Die Polizei hat unterdessen nicht nur an Mircos Kleidung fremde DNA-Spuren sichern können. Auch am Fahrrad des Jungen, im Gelände am Ort seiner Entführung, auf dem Parkplatz und an der Stelle, wo der Entführer an der Landstraße 39 geparkt haben soll, sei DNA gesichert worden, sagte Polizeisprecher Willy Theveßen der Nachrichtenagentur dpa. „Die Untersuchungen hierzu sind in vollem Gange.“

In den vergangenen zwei Wochen hatte die Polizei auf der Suche nach Mirco auch Wohnungen und Autos durchsucht. „Das ist normale Routine“, sagte Theveßen. Ein dringender Tatverdacht habe aber nicht bestanden.

Mirco (11) war am 3. September in Grefrath auf dem Heimweg von einer Skater-Anlage verschwunden. Auf der Suche nach dem Jungen hatten die Ermittler in den vergangenen Wochen Felder, Wälder und Wiesen in der Umgebung von Grefrath durchkämmt sowie Wohnungen und Fahrzeuge durchsucht. Die Polizei befürchtet, dass der Junge einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Sie geht davon aus, dass der Täter aus der Region stammt.

Insgesamt sind bei den Ermittlern inzwischen rund 2000 Hinweise eingegangen. Die 80-köpfige Sonderkommission ist weiter mit Zeugenvernehmungen und dem Abgleich von Aussagen beschäftigt. Gleichzeitig dauert die Auswertung von DNS-Spuren an, die an den Kleidungsstücken des Jungen sichergestellt worden waren. ▪ dpa

Quelle: wa.de

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