Polizei Dortmund bittet um Hilfe

Vergewaltigung in Dortmund: Sexualstraftäter rückfällig

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Klaus Gerd Beckmann

DORTMUND - Ein erst vor kurzem aus der Haft entlassener einschlägig vorbestrafter Sexualtäter soll in Dortmund eine Frau brutal vergewaltigt haben. Er ist seitdem auf der Flucht. Der 29-Jährige befand sich im „Kurs“-Programm des NRW-Landeskriminalamtes, mit dem seit 2010 das Rückfallrisiko von Sextätern verringert werden soll.

Von Holger Drechsel

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Dortmund berichteten, ist der 29 Jahre alte Klaus Gerd Beckmann dringend verdächtig, am 10. Oktober in Dortmund-Kirchderne eine 22-Jährige mit dem Tode bedroht und vergewaltigt zu haben, als diese mit ihrem Hund auf einem Feldweg spazieren war, wie Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang berichtete. Beckmann war erst am 20. September aus der Haft entlassen worden. Für die Vergewaltigung einer Frau in Dortmund im Jahr 2008 war er zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden und saß die Strafe komplett ab.

Wie Frank Scheulen, Sprecher des Landeskriminalamtes in Düsseldorf, bestätigte, wurde Beckmann im Rahmen des NRW-Programms „Kurs“ (Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern) betreut – als einer von derzeit etwa 1000 Sextätern in NRW. Das „Kurs“-Programm wurde 2010 in NRW eingeführt. Es soll durch einen Katalog von Maßnahmen das Rückfallrisiko von Sexualstraftätern nach deren Haftentlassung verringern. Dazu würden die Straftäter noch in der Haft oder dem Maßregelvollzug von einer Fallkonferenz aus verschiedenen Fachleuten gemäß ihrer Gefährlichkeit in drei Risikogruppen von „A“ (äußerst rückfallgefährdet) bis „C“ (weniger gefährdet) eingestuft. Entsprechend der Einstufung erfolgen dann nach der Entlassung Maßnahmen vor Ort. Was laut Scheulen „immer ein Spagat“ sei zwischen dem Schutz der Bevölkerung vor Straftaten und der Wahrung der Freiheitsrechte der Straftäter, die ja ihre Haft verbüßt hatten.

Beim LKA sieht man durchaus Erfolge durch das Programm. Allgemein würde die Wissenschaft das Rückfallrisiko von Sexualstraftätern bei 19 bis 22 Prozent einstufen. NRW-„Kurs“-Teilnehmer seien dagegen nur in 8 bis 9 Prozent der Fälle rückfällig geworden, habe eine Studie belegt, so Scheulen. Ganz verhindern könne man Rückfälle aber eben nicht.

Laut Dortmunder Polizei war Beckmann in der Risikogruppe „B“ eingestuft. Direkt nach seiner Haftentlassung habe man mit ihm im Polizeipräsidium Gespräche geführt und die Auflage erteilt, sich vierteljährlich bei der Polizei zu melden. Schon vor dem ersten Termin aber schlug der Täter offenbar wieder zu.

Personenbeschreibung:

Bei dem gesuchten Mann handelt es sich um den im Lichtbild gezeigten 29-jährigen Klaus Gerd Beckmann. Er ist 1,81 Meter groß, etwa 75 Kilo schwer, mit schlanker Figur, hat dunkle, kurze Haare und trug zuletzt einen Dreitagebart. Er besitzt verschiedene Tätowierungen, unter anderem am linken Oberarm, am linken Unterarm und am linken Handrücken.

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass sich der Gesuchte im Bereich Dortmund und Lünen aufhalten könnte.

Für Hinweise an die Polizei steht das Hinweistelefon der Polizei, mit der Rufnummer 0231/132-7999, durchgängig zur Verfügung.

Die Polizei weist darauf hin:

Beckmann gilt als gewalttätig. Daher bittet die Polizei Dortmund dringend um besonnenes Handeln bei Antreffen des Gesuchten.

Wählen Sie den Notruf 110, beantworten Sie die Fragen und bleiben Sie in der Leitung.

Bringen Sie sich nicht selber in Gefahr.

Sollten Sie von dem Mann angesprochen werden, beherzigen Sie bitte die folgenden Verhaltensempfehlungen der Polizei:

Wählen Sie den Notruf,

stellen Sie eine sichere Distanz zu dem Tatverdächtigen her,

suchen Sie Kontakt zu anderen,

machen Sie sich lautstark bemerkbar, stellen Sie Öffentlichkeit her,

bringen Sie sich nicht selber durch eigenständiges, unüberlegtes Handeln in Gefahr. - WA

Quelle: wa.de

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