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Sechs Schüsse aus Maschinenpistole: Teenager (16) stirbt nach Polizei-Einsatz - Demo

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Von: Katharina Bellgardt, Markus Wüllner

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Die Polizei hat in Dortmund einen 16-Jährigen mit einer Maschinenpistole erschossen. Er war mit einem Messer bewaffnet. Der Teenager starb bei einer Not-OP.

Update vom 9. August, 20.41 Uhr: Nach den tödlichen Polizei-Schüssen auf einen 16-jährigen in Dortmund gab es am Dienstagabend eine Demonstration in Dortmund. Über 300 Demonstranten sorgten dafür, dass der kleine Kurt-Piehl-Platz in direkter Tatort-Nähe in der Nordstadt menschenvoll wurde.

Demo nach Schüssen auf Teenager in Dortmund
Nach den tödlichen Polizei-Schüssen auf einen 16-jährigen in Dortmund gab es am Dienstagabend eine Demonstration in Dortmund. © Markus Wüllner/news4 Video-Line

Dortmund: Demo nach tödlichen Polizei-Schüssen auf Teenager

Update vom 9. August, 15.22 Uhr: Die Staatsanwaltschaft hat weitere Hintergründe der Tat bekannt gegeben. Der Oberstaatsanwalt Carsten Dombert gab bekannt, dass einer der Betreuer der Jugendhilfeeinrichtung am Montag die Polizei rief, weil er den 16-Jährigen mit einem Messer gesehen hatte. Der Teenager war noch nicht lange in der Einrichtung, er sollte dort übernachten.

In Oer-Erkenschwick hatte am Sonntag ein randalierender Mann bei einem Polizei-Einsatz das Bewusstsein verloren. Wenige Stunden später starb er im Krankenhaus.

StadtDortmund
Bevölkerung587.010 (2019)
Fläche280,7 km²

Was der Jugendliche mit dem Messer wollte, ist noch unklar. Domberg sagte, dass Suizidalität im Raum stehe. Ob am Montag ein Polizist verletzt wurde, ist noch nicht bekannt. Auch wie oft geschossen wurde, steht noch nicht fest. Es wurden sechs Projektile gefunden, fünf Schüsse trafen den 16-Jährigen. Geschossen hatte nur einer der elf anwesenden Polizisten, allerdings mit einer Maschinenpistole. Sowohl die Betreuer als auch die Polizisten, die den Einsatz sahen, werden als Zeugen befragt.

Hinweis der Redaktion: Wir berichten in der Regel nicht über Suizide, weil leider durch die Berichterstattung die Nachahmerquote erhöht wird. Wir machen eine Ausnahme, wenn viele Menschen betroffen sind wie z.B. in diesem Fall durch eine Sperrung der Bahnstrecke. Wenn Sie sich selbst in einer Krisensituation befinden, suchen Sie sich bitte Hilfe, z.B, bei der Telefonseelsorge (Tel. 0800-1110111).

Sechs Schüsse aus der Maschinenpistole - Teenager stirbt bei Polizeieinsatz

Update vom 9. August, 12.58 Uhr: Der Teenager, der nach einem Polizei-Einsatz starb, ist von fünf Schüssen aus einer Maschinenpistole getroffen worden. Ein Polizist habe insgesamt sechs Mal geschossen und traf den 16-Jährigen in den Bauch, den Kiefer, den Unterarm und zweimal in die Schulter.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Polizisten, der - wie in solchen Fällen üblich - als Beschuldigter geführt werde. Es gehe um den Anfangsverdacht der Körperverletzung mit Todesfolge. Insgesamt waren elf Polizisten im Einsatz.

Die Polizei in NRW verwendet Maschinenpistolen des Typs MP5 von Heckler und Koch. Polizisten werden regelmäßig an der Waffe ausgebildet.

16-Jähriger stirbt nach Polizei-Einsatz in Dortmund - tödliche Schüsse durch Polizisten

[Erstmeldung] Dortmund - In der Dortmunder Nordstadt hat die Polizei auf einen 16-Jährigen geschossen. Er verstarb offenbar bei einer Not-OP. Den Schusswaffengebrauch bestätigte die Behörde zunächst über Twitter. Der Teenager soll die Polizisten mit einem Messer angegriffen haben. Der Oberstaatsanwalt Carsten Dombert sagte, dass mehrere Schüsse abgegeben worden sein.

Die Leiche des Teenagers wird seit Dienstagmorgen obduziert, sagte der Oberstaatsanwalt. Die Ermittler der Polizei Recklinghausen, die aus Neutralitätsgründen alle weiteren Ermittlungen übernommen hat, möchte mehrere Mitarbeiter der Jugendhilfe-Einrichtung zu dem Vorfall befragen. Der 16-Jährige wurde in der Einrichtung betreut - allerdings erst seit kurzer Zeit.

Laut Polizei Dortmund kam es gegen 16.25 Uhr zu dem Einsatz an der Holsteiner Straße zwischen Kirche und Jugendhilfeeinrichtung. Ein Betreuer hatte das Messer bei dem Jugendlichen gesehen und die Polizei angerufen.

Teenager von Polizei erschossen - 16-Jähriger griff mit Messer an.
Teenager von Polizei erschossen - 16-Jähriger griff mit Messer an. © Wüllner/news4

Zunächst sollen Reizgas und ein Elektroschockgerät - ein sogenannter Taser - zum Einsatz gekommen sein, wie Dombert sagte. Möglicherweise hätten diese Mittel keine Wirkung gezeigt. Zwei bis drei Betreuer sollen das Geschehen beobachtet haben. Einer von ihnen gilt als wichtiger Zeuge.

Nach dem Messerangriff habe man die Schusswaffe eingesetzt. Unklar war, wie viele Schüsse abgefeuert wurden und ob mehrere Polizisten schossen. Der 16-Jährige wurde schwer verletzt und starb später bei einer Notoperation im Krankenhaus.

Teenager von Polizei erschossen - Messerangriff bei Betreuungseinrichtung

Ohrenzeugen wollen zuvor mehrere Knallgeräusche, die auf Schüsse oder einen Taser-Einsatz hindeuten, gehört haben. Danach seien ein Notarzt und ein Rettungswagen vor Ort gewesen. Der Tatort ist weiträumig abgesperrt.

Ein 16-Jähriger starb nach Schüssen der Polizei in Dortmund.
Ein 16-Jähriger starb nach Schüssen der Polizei in Dortmund. © Wüllner/news4

2022 gab es bisher vier tödliche Schuss-Einsätze, zwei davon in Nordrhein-Westfalen. Erst vor wenigen Tagen starb ein 48-Jähriger bei einem Polizei-Einsatz in Köln: Seine Wohnung wurde zwangsgeräumt, der Mann bedrohte Polizisten und die Gerichtsvollzieherin.

Zuvor wurde ein psychisch kranker Mann in Neukirchen-Vluyn getötet, er soll die Polizisten mit einem Fleischermesser bedroht haben, so die Fachzeitschrift CILIP. Die anderen beiden Todesfälle waren in Frankfurt am Main - hier starb ein 23-Jähriger - und in Gunzhausen, Bayern. Der Mann soll in dem fränkischen Ort randaliert haben, die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass er das Haus, in dem er lebte, selbst in Brand steckte, wie Merkur.de berichtet.

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