Angeblich Raubfische ausgesetzt

Skurril: 60 Piranhas im Dortmunder Phoenix-See?

+
Ein Piranha im Karlsruher Museum für Naturkunde.

DORTMUND - Es klingt wie ein schlechter Scherz: Die Polizei Dortmund hat mitgeteilt, dass im Dortmunder Phoenix-See 60 schwarze Piranhas ausgesetzt worden sein könnten. Eine Frau erschien am Mittwoch auf der Wache im Stadtteil Hörde und sah nach ihrer entsprechenden Meldung diesbezüglich in verdutzte Gesichter.

"Das Baden im Phoenix-See ist verboten - jetzt möglicherweise mit einem weiteren trifftigen Grund. Denn eine Melderin erschien am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr mit einem ungewöhnlichen Anliegen", heißt es in der Polizei-Pressemitteilung.

Links zum Thema:

- Der Phoenixsee im Internet

- Der Phoenixsee bei Wikipedia

- Schwarze Piranhas bei Wikipedia

Die Zeugin erzählte den Beamten, dass eine ihre unbekannte Person Anfang März insgesamt wohl 60 Exemplare schwarzer Piranhas (Serrasalmus rhombeus) im Phoenix See ausgesetzt habe. Es handele sich bei dem "Unbekannten" um einen "flüchtigen" Bekannten, der in seiner Freizeit gefährliche Fische züchte.

Da sein Fischbestand wohl zu umfangreich geworden sei, sei er zum östlichen Uferbereich des Phoenix See gefahren und habe die als extrem bissig bekannten Amazonas-Fische dort zu Wasser gelassen.

Der Phoenixsee in Dortmund (hier klicken zum Vergrößern).

Selbst hatte die Dortmunderin diesen Vorgang nicht beobachtet, sie habe dies lediglich von dem "Piranha-Freund" berichtet bekommen. Laut Internetrecherchen der Hinweisgeberin würden die tropischen Süßwasserfische jedoch bei den niedrigen Wassertemperaturen keine hohen Überlebenschancen haben.

Die Polizei setzte aufgrund dieses Hinweises sofort die Betreibergesellschaft des Phoenix Sees in Kenntnis. Die Ermittlungen hinsichtlich der ursprünglich südamerikanischen Raubfische dauern an.

Gesichtet wurde im See noch kein Piranha. "Eine akute Gefahr sehe ich auch nicht", sagte Georg Sümer vom Seebetreiber Stadtentwässerung. Am Phoenix See herrsche Badeverbot. Und das Wasser sei knapp zehn Grad kalt. Da sei es auch die Frage, wie lange es so ein tropischer Fisch dort aushalte. "Wir beobachten das die nächsten Tage", sagte Betriebsleiter Sümer.

Gefährliche Exoten in deutschen Gewässern sind nichts Neues. Einer der spektakulärsten Fälle war der Kaiman Sammy, der 1994 seinem Besitzer an einem Baggersee im niederrheinischen Dormagen entwischt war. Sogar ein Großwildjäger ging auf die Suche nach der 80 Zentimeter langen Echse. Nach Tagen wurde Sammy halb erfroren aus dem See geborgen. Er kam in einen Zoo.

Der Phoenix See ist im Zuge des Strukturwandels entstanden. Der 1,2 Kilometer lange See wurde 2011 auf der Brache des ehemaligen Phönix-Stahlwerks fertiggestellt. - WA/dpa

Kleine Piranhas im Aquarium:

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare