Pipi-Eklat: Gericht spricht Zugbegleiter frei

DÜSSELDORF - Obwohl er einem S-Bahn-Reisenden empfohlen hatte, in einen Mülleimer zu urinieren, muss ein Zugbegleiter kein Bußgeld zahlen. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf gestern entschieden.

Die Bahn hatte gegen den 54-jährigen Bahnmitarbeiter eine Disziplinarstrafe in Höhe von 100 Euro verhängt, weil er nachts einem Fahrgast gestattet hatte, in einer „Notsituation“ den Mülleimer in einem leeren Wagen der 1. Klasse als Toilette zu benutzen. Gegen das Bußgeld hatte sich der Bahnmitarbeiter jedoch gewehrt und bekam vom Verwaltungsgericht Düsseldorf Recht.

Es habe sich um eine Ausnahmesituation gehandelt, sagte der Richter. Der Mitarbeiter habe keine andere Wahl gehabt und Schlimmeres verhindert. Einzig mögliche Alternative sei lediglich gewesen, dass der Reisende mitten in einen anderen voll besetzten Waggon uriniert hätte. Denn die neuen S-Bahnen verfügen über keine Toiletten.

Der Zugbegleiter hatte moniert, dass sein Arbeitgeber keine Dienstanweisung gegeben habe, was Fahrgästen im Notfall zu raten sei. Was künftig zu tun ist, klärt auch das Düsseldorfer Urteil nicht. Die Entscheidung des Gerichts sei keine Generalerlaubnis, Reisenden künftig „ihr Geschäft“ in Mülleimern der Bahn zu gestatten, sagte der Richter. Die Bahn will prüfen, ob sie gegen das Urteil Berufung einlegt. - dapd

Quelle: wa.de

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