Viele Besucher ohne Maske

Massen-Ansturm auf Phoenixsee: Polizei und Ordnungsamt greifen ein

Das Wetter lotste am Sonntag große Besucher-Massen an den Phoenixsee in Dortmund. Wurden die Corona-Regeln dabei eingehalten? Polizei und Ordnungsamt griffen ein.

Dortmund – Der Phoenixsee in Dortmund ist ein Naherholungsgebiet, das am vergangenen Sonntag seinen Zweck verfehlte. Trotz geltender Corona-Regeln in Deutschland und Nordrhein-Westfalen trieb es zahlreiche Besucher an den See, wobei einige die Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln sowie Hygiene-Maßnahmen außer Acht ließen. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HaupstadtDüsseldorf

Ansturm auf Phoenixsee in Dortmund: Rund 2000 Besucher alleine zwischen 18 und 20 Uhr

Aktuell gelten in NRW strenge Regeln für Kontaktbeschränkungen und private Treffen. An einzelnen Orten gibt es zudem weitere Beschränkungen. Am Phoenixsee in Dortmund zum Beispiel gilt zwischen 12 und 18 Uhr eine Maskenpflicht. Diese wurde am Sonntag bereits in der verpflichtenden Zeitspanne hin und wieder außer Acht gelassen. Spätestens nach 18 Uhr waren dann aber kaum noch Corona-Masken in den Gesichtern der Menschen zu sehen. Und das, obwohl an der Promenade zahlreiche Personengruppen umherliefen.

Schätzungsweise geht das Ordnungsamt der Stadt Dortmund von rund 2000 Personen alleine in der Zeit zwischen 18 und 20 Uhr aus. In dieser Zeit waren die Ordnungshüter vor Ort. Dabei stellten die Beamten 22 Personalien fest, es kam zudem zu acht Ordnungswidrigkeitsanzeigen. Zudem wurden zehn mündliche Verwarnungen ausgesprochen und es kam am Phoenixsee zu fünf Platzverweisen. Im Verlauf des Abends führte das Ordnungsamt außerdem 200 Bürgergespräche. „Wir versuchen in solchen Situationen, an die Vernunft der Bürger zu appellieren und den Dialog zu suchen“, erklärte Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Nachfrage unserer Redaktion.

Ansturm auf Phoenixsee: Polizei Dortmund unterstützt das Ordnungsamt und sendet Twitter-Botschaft

Zur Unterstützung sprang dem Ordnungsamt auch die Polizei Dortmund zur Seite, die die Menschen am späten Nachmittag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter dazu aufrief, den Phoenixsee zu meiden. „Die sozialen Medien sind ein zusätzliches Instrument, mit dem wir unsere Reichweite erhöhen wollten“, betonte ein Sprecher der Polizei Dortmund gegenüber unserer Redaktion. „Wir wollten nichts unversucht lassen“, so der Polizeisprecher mit Blick auf die häufiger genutzte Maßnahme.

Am Sonntag sollte sie allerdings nicht mehr fruchten. „Wir wissen auch, was passiert, wenn das Wetter gut ist“, kommentierte der Polizeisprecher die anhaltenden Besuchermassen. Tatsächlich verließen die meisten Menschen den künstlich angelegten See zum Großteil erst, als die Sonne bereits sank. Nach Angaben der Polizei leerte sich der Rundweg um den Phoenixsee gegen 20 Uhr.

Besuchermassen am Phoenixsee in Dortmund: Twitter-User sind verärgert

Unter dem Twitter-Post mehrten sich die Reaktionen verärgerter User, die die enormen Besuchermassen am Phoenixsee kritisierten. Eine Twitter-Nutzerin schrieb etwa: „Ich verstehe ja, dass man bei schönem Wetter raus will, aber ich verstehe nicht, wieso man unbedingt dahin will, wo man weiß, dass alle anderen auch dahin wollen. Dummheit lässt grüßen.“

Ein weiterer richtete seinen Twitter-Post unmittelbar an die Polizei Dortmund: „Es explodiert hier gerade aus allen Nähten. Aber keiner von euch ist da.“ Die Polizei verwies darauf, gemeinsam mit der Stadt Dortmund vor Ort zu sein. Das stimmte auch. Allerdings erst ab 18 Uhr. Stadtsprecher Löchter verwies darauf, dass es zuvor noch andere Einsatzbereiche in Dortmund abseits des Phoenixsees gab.

Ein anderer Twitter-User versuchte den Kritikern etwas entgegenzusetzen: „Draußen ist das Infektionsrisiko gleich null, also chillt mal ein bisschen“, schrieb er mit Blick auf die Besuchermassen am Phoenixsee in Dortmund. Doch diese drastischen Worte würden wohl selbst den optimistischsten Aerosolforscher erstarren lassen. Denn zwar ist das Risiko einer Corona-Ansteckung draußen tatsächlich erheblich niedriger, allerdings sind sich die Experten einig, dass das Infektionsrisiko unter keinen Umständen gleich null ist, erst Recht nicht bei derart hohen Besucherzahlen, mangelhaftem Abstand und fehlenden Schutzmasken.

Bei gutem Wetter: Wie kann Dortmund künftig Andrang am Phoenixsee verhindern?

Das Wetter am vergangenen Wochenende lud zu Aktivitäten draußen regelrecht ein. Dass solche Möglichkeiten sich in den kommenden Wochen immer wieder ergeben, ist ob des sich anbahnenden Sommers durchaus denkbar. Damit einher geht die Frage, wie die Stadt Dortmund künftig auf solche Besuchermassen reagiert und diese unter Umständen sogar im Vorhinein verhindern kann.

Zum Beispiel könnte es darum gehen, die am Phoenixsee bis 18 Uhr geltende Maskenpflicht auszuweiten. Eine geeignete Maßnahme? „Für uns geht es jetzt darum, dass wir Erfahrungswerte haben. Die müssen wir auswerten und dann können wir Anpassungen vornehmen“, erklärt Dortmunds Stadtsprecher Löchter, der aber auch einräumt: „Wir kennen unsere Hotspots und wissen, wo es bei gutem Wetter hoch frequentiert ist.“ Ordnungsamt und Polizei könnten eben auch nicht zu jedem Zeitpunkt des Tages überall vor Ort sein.

Rubriklistenbild: © Markus Wüllner

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