Pflegemutter von Anna soll lebenslang in Haft

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Die Angeklagte Petra W. wird in einem Rollstuhl in den Gerichtssaal geschoben. Die Anklage sieht in ihr eine Kindermörderin und fordert für sie lebenslange Haft.

BONN - Mehr als ein Jahr lang soll das Pflegekind Anna gequält worden sein, bis es in der Badewanne ertränkt wurde. Die Staatsanwaltschaft sieht die 52-jährige Pflegemutter als Hauptschuldige. Sie soll als Kindsmörderin für ihr restliches Leben ins Gefängnis.

Im Prozess vor dem Bonner Landgericht forderte sie Staatsanwaltschaft nur lebenslange Haft, das Gericht soll außerdem eine besondere Schwere der Schuld feststellen. Dadurch wäre eine Entlassung der 52-Jährigen nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen.

Den gleichaltrigen Ehemann sieht die Staatsanwaltschaft als Mitläufer. Für ihn beantragte sie gestern neun Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Der Mann hatte die Misshandlungen gestanden. Er habe gesehen, wie seine Frau Anna im vergangenen Jahr unter Wasser gedrückt habe, bis sie blau angelaufen sei. Die Frau hatte während des Prozesses geschwiegen, um dann zuletzt in einem Brief ihren Mann zu beschuldigen. Diese Darstellung bezeichnete der Oberstaatsanwalt spöttisch als „ganz großes Kino“.Der Ankläger nahm die Behörden gegen Kritik in Schutz: „Für das Jugendamt gab es keinen Grund, tätig zu werden.“ Die Angeklagte habe es verstanden, ein perfektes Lügengebäude aufzubauen und alle zu täuschen. Ihre furchtbaren Quälereien seien umso weniger zu entschuldigen, da sie den Pflegevertrag für das Mädchen jederzeit hätte auflösen können. Entweder habe sie aber die Tochter, die sie sich immer gewünscht habe, nicht hergeben wollen oder einfach Spaß an den Quälereien gehabt.

Anna war einem gerichtsmedizinischen Gutachten zufolge gestorben, nachdem sie 2010 in der Badewanne länger als drei Minuten unter Wasser getaucht worden war. Am nächsten Donnerstag könnten die Plädoyers der Verteidigung folgen. Ein Urteilstermin steht noch nicht fest. - dpa

Quelle: wa.de

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