In Tiefkühl-Lasagne: Pferdefleisch auch in NRW

DÜSSELDORF - Der Pferdefleisch-Skandal hat Nordrhein-Westfalen erreicht. Über einen Zwischenhändler in Luxemburg sind falsch gekennzeichnete Produkte in größerem Umfang nach Deutschland und NRW geliefert worden, teilte Landesverbraucherminister Johannes Remmel (Grüne) mit.

Von Robert Vornholt

In den meisten Fällen gehe es dabei um Tiefkühl-Lasagne, die eigentlich Rindfleisch enthalten sollte.

„Die Lieferungen betreffen nicht nur Discounter und Lebensmittelketten, sondern auch andere Lebensmittelunternehmen, die mit Tiefkühlprodukten handeln“, erklärte Remmel. Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen liegen noch nicht vor. Nach Informationen unserer Zeitung werden neben Produkten von Real, Tengelmann und Edeka auch Fertigmahlzeiten von Rewe Dortmund, Markant und Eismann sowie einiger Zwischenhändler auf Pferdefleischverwendung untersucht.

Lesen Sie auch:

Pferdefleisch-Verdacht in Deutschland

Das sagt Lidl zum Pferdefleisch-Skandal

Über das EU-Schnellwarnsystem habe sein Haus am Dienstag erstmals Lieferlisten im Zuge des Pferdefleisch-Skandals erhalten, sagte der Minister. Die Produkte seien nach ersten Einschätzungen zwischen November 2012 und Januar 2013 eingetroffen. Das Landesumweltamt sei angewiesen, zusammen mit den zuständigen kommunalen Ordnungsbehörden die Lieferwege nach NRW nachzuverfolgen und noch vorhandene Proben für Laboruntersuchungen sicherzustellen. „Nur wenn wir entsprechende Produkte finden, kann durch eine DNA-Analyse festgestellt werden, ob es sich um Pferdefleisch handelt“, sagte Remmel.

Der Minister erläuterte, dass offenbar bei den betroffenen Unternehmen seit Wochen der Verdacht auf Falschetikettierung bestehe, dieser aber nicht an die Behörden weitergegeben worden sei. Er forderte die Lebensmittelketten auf, ihre Produkte im Zuge des Verbraucherschutzes vom Markt zu nehmen. Remmel betonte allerdings, dass der Verzehr von einwandfreiem Pferdefleisch nicht gesundheitsschädlich sei. „Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um diesen Skandal lückenlos aufzuklären“, versprach er.

Falsch etikettierte Fertiggerichte, die statt Rind- auch Pferdefleisch enthielten, waren in mehreren EU-Ländern entdeckt worden. In Brüssel trafen sich diese Länder gestern zum Informationsaustausch.

Quelle: wa.de

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare