Kommunen nutzen Trend

Parken immer teurer in NRW

+
Das Parken wird teurer in Nordrhein-Westfalen. Autofahrer zahlen für das Abstellen des Autos oft 1,50 Euro und mehr pro Stunde.

NORDRHEIN-WESTFALEN - Die Parkgebühren schießen in Nordrhein-Westfalen in die Höhe. Wer sein Auto abstellen will, zahlt oft 1,50 Euro und mehr pro Stunde. Einige Kommunen werben jedoch gezielt mit kostenlosen Parkplätzen.

Dorsten, Siegen, Haltern, Recklinghausen - wohin man auch schaut: Unter finanziellem Druck haben viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen die Parkgebühren erhöht. Einige Kommunen machen das kostenlose Parken aber zum Standortfaktor.

In Meerbusch zum Beispiel ist die Welt der Autofahrer noch in Ordnung. Meerbusch ist "die Stadt ohne Parkgebühren", wie sie auf ihrer Internetseite wirbt. Während Autofahrer in der Innenstadt von Düsseldorf 1,90 Euro pro Stunde dafür bezahlen, ihr Auto abzustellen, suchen sie Parkuhren in der kleinen Stadt auf der anderen Seite des Rheins vergeblich. Die Kommune macht damit aus der Not eine Tugend.

Wo sich die Gebühren die Waage halten

"Meerbusch geht es nicht gut, aber im Vergleich noch ganz ordentlich - da leisten wir uns diesen Luxus, um den Einzelhandel zu stärken", sagt Stadtsprecher Michael Gorgs. Zwar seien angesichts der angespannten Finanzlage viele Haushaltsposten im Rat diskutiert worden, "die Parkgebühren blieben aber immer unangetastet". Durch 2000 kostenlose Parkplätze in der Innenstadt will die Politik Kunden aus den Randgebieten der Großstädte anlocken, die andernorts kräftig zahlen müssten. Nicht nur Düsseldorf hat im Rheinland angezogen: In Köln bezahlen Autofahrer den Spitzenwert von 3 Euro in der Stunde.

Im Ruhrgebiet hingegen halten sich die Gebühren meist die Waage: Die meisten Kommunen berechnen zwischen 1 Euro (Bochum, Oberhausen) und 1,50 Euro (Dortmund) für die erste Stunde. In Essen zahlen Autofahrer fürs Parken in der Innenstadt 1,20 Euro. Doch Erhöhungen haben in den letzten Monaten Autofahrer in vielen Kommunen getroffen. Castrop-Rauxel, Werne, Haltern: Die Gebühren stiegen teils drastisch. Im Münsterland ist Rheine ein auffälliger Ausreißer - 2 Euro werden dort für die ersten 60 Minuten fällig. Das ist sogar 50 Cent mehr als in der Fahrradstadt Münster. Unter den Städten in NRW hält sich Aachen mit 1,10 Euro noch im unteren Mittelfeld.

Zum Wohle des Einzelhandels

Manche kleinere Städte und Gemeinden üben sich wie Meerbusch in gezieltem Verzicht, um ihren Standort zu stärken. Kommunen, die sich mit starker Konkurrenz im Umland konfrontiert sehen, setzen auf kostenlose Parkplätze. In Schwerte, Marl oder Selm wird deswegen keine Gebühr fällig. In Nachbarschaft zur Gebührenhochburg Rheine wirbt die Gemeinde Neuenkirchen sogar direkt am Ortseingang mit einem Schild, das auf die kostenlosen Parkplätze hinweist. "Der Einzelhändler hat es schließlich auch nicht leicht", sagt Bürgermeister Franz Möllering.

Und auch im sauerländischen Arnsberg erprobt die Stadt eine neue Herangehensweise: Alle Fahrer schadstoffarmer Autos parken dort seit Anfang des Jahres umsonst. Zum Wohle der Umwelt - und des Einzelhandels. - dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare