Kritik aus Paderborn (NRW)

„Für vieles ist Geld da, für die Schulen nicht“: Brandbrief ans Schulministerium

In der Corona-Pandemie fühlen sich die Schulen als Verlierer. Viel zu wenig wurde für die Lehr-Situation in Deutschland getan. Nun wendet sich die Lehrergemeinschaft in einem Brandbrief an das Schulministerium NRW.

Paderborn – Die meisten Lehrer und Virologen sind sich einig: Das Hygienekonzept an deutschen Schulen ist nicht zu Ende gedacht. Während für Einzelhandel, den privaten Bereich oder die Gastronomie Konzepte erarbeitet werden, bleibt der Schulsektor gefühlt außen vor. Von „Lüftungskonzepten“ ist die Rede, als wäre die Gefahr damit gebannt. Luftfilter sind zu teuer, Präsenzunterricht wird als höchstes Ziel gehandelt.

Dass es keine einfache Lösung für ein täglich stattfindendes Großereignis wie einen Schultag gibt, ist nachvollziehbar. Doch beinah scheint es, als hätte das Schulministerium hier aufgegeben – oder zumindest eine falsche Priorisierung vorgenommen. Deshalb richtet die Schutzgemeinschaft angestellter Lehrer (SchaLL) nun einen weiteren Brief aus Paderborn an das Schulministerium NRW, wie owl24.de* berichtet.

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Paderborn (NRW): Besserer Schutz vor Coronavirus durch Masken und Luftfilter gefordert

Einer der Verfasser ist Rainer Lummer, Ratsherr und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der SchaLL aus Paderborn*. In dem Brandbrief an das Schulministerium NRW heißt es unter anderem: „Für vieles ist Geld da, für die Schulen nicht.“ Es gäbe weder Finanzierungen für Luftfilter noch für FFP2-Masken. Der Lehrerverband fordert die umgehende und ab sofort regelmäßige Versorgung mit beidem. Zusätzlich sollen die Bildungsausgaben drastisch erhöht und die Digitalisierung vorangetrieben werden.

Darf mittlerweile in kaum einer Unterrichtsstunde fehlen: Die Maske wird zum wichtigsten Utensil für Schüler.

Coronavirus-Lage weiter prekär: Nicht der erste Brief von SchaLL an das NRW-Schulministerium

Bereits am 5. November forderte SchaLL in einem offenen Brief an Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) einen Schulgipfel, um offen und konstruktiv über das Schulsystem in der Corona-Krise und darüber hinaus diskutieren zu können: „Ein Zusammenführen aller Perspektiven, Bedürfnisse und Machbarkeiten bei der Organisation von Schule, besonders in diesen schwierigen Zeiten, ist unseres Erachtens die Grundlage jeder guten und praktikablen Lösung.“ Bislang steht eine öffentliche Antwort noch aus.

Neue Corona-Regelungen von Bund und Ländern: Präsenzunterricht in Schulen soll bleiben

In einer lang erwarteten Konferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länder-Chefs* einigten sich Bund und Länder unter anderem darauf, den Präsenzunterricht in Schulen so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Sonderregelungen wie etwa Wechsel- oder Hybridunterricht sollen erst ab einem 7-Tages-Inzidenzwert von 200 greifen. Der Kreis Paderborn, aus dem auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der SchaLL Rainer Lummer, kommt, liegt aktuell bei 111,7. Alle Coronavirus-Regeln in der Übersicht gibt es bei owl24.de*. (*Owl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.)

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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