Orkanartige Böen knicken vielerorts Bäume um / Bahnverkehr gestört

Nach dem Gewittertief "Nadine": So fällt die Bilanz für NRW aus

+
Dieser Lkw kippte auf einer A45-Talbrücke im Kreis Olpe um.

[Update 7.40 Uhr] Gewittertief "Nadine" brachte orkanartige Böen mit 110 Stundenkilometern: Die Feuerwehr war am Donnerstag vielerorts in Nordrhein-Westfalen im Einsatz, weil Sturm und Gewitter Schäden verursachten. Bäume krachten auf Schienen und Straßen.

Essen - Unwetter mit orkanartigen Sturmböen von bis zu 110 Stundenkilometern haben am Donnerstag vielerorts Bäume auf Schienen und Straßen stürzen lassen. Wie die Bahn mitteilte, wurde etwa die ICE-Linie 10 zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet wegen des Unwetters unterbrochen.

Mehrere Bäume im Gleis bei Rheda-Wiedenbrück sowie eine Störung zwischen Wolfsburg und Hannover hatten demnach zu Ausfällen auf der Verbindung geführt. Ein Sprecher der Bahn sagte, dass versucht werde, die Strecke so schnell wie möglich wieder freizugeben.

Reisende warten im Bahnhof Kön am Informationsschalter der Bahn.

Reisende der betroffenen Verbindung müssten aber den gesamten Freitag über mit etwa 30 Minuten Verspätung rechnen, hieß es am Freitagmorgen. 

Grund für die Verzögerungen seien die Sturmauswirkungen auf dem Streckenabschnitt Hannover-Wolfsburg, die Züge müssten zunächst über Braunschweig umgeleitet werden.

Aufenthaltszüge in den Bahnhöfen Hamm und Dortmund

Für Reisende, die ihre Fahrt nicht mehr fortsetzen konnten, stellte die Deutsche Bahn am Donnerstag an mehreren Bahnhöfen wie Dortmund oder Hamm Aufenthaltszüge bereit. Gesperrt war am Abend auch die Strecke Dortmund-Hamm-Bielefeld. Weitere Linien des Fern- und Regionalverkehrs in NRW seien jedoch von den Sturmschäden nicht betroffen.

Lkw auf Talbrücke im Kreis Olpe umgekippt

Ein Lastwagen ist auf der Talbrücke Bleche nahe Drolshagen (Kreis Olpe) umgekippt. Wie die Polizei mitteilte, war der Lkw aus bislang ungeklärter Ursache am Donnerstagnachmittag auf der Sauerlandlinie A45 umgefallen und auf der Fahrbahn liegen geblieben. Verletzt wurde niemand. Der Verkehr in Richtung Dortmund wurde zeitweise über den Standstreifen weitergeleitet. Nach etwa vier Stunden konnten die Einsatzkräfte den Lkw bergen und die Strecke wieder freigeben.

Mehr als 70 Sturm-Einsätze im Kreis Soest

Feuerwehrleute im Kreis Soest mussten zu mehr als 70 Einsatzstellen ausrücken. In Geseke sei eine Oberleitung der Deutschen Bahn gerissen, wie die Feuerwehr mitteilte. Ein mit Diesel beladener Güterzug kam daraufhin im Bereich des Bahnhofes zu stehen. Meldungen, woraufhin der Zug brennen sollte, hätten sich nicht bestätigt. "Die Anwohner haben die Lage richtig eingeschätzt und erst einmal entsprechend die Feuerwehr alarmiert", sagte Kreisbrandmeister Thomas Wienecke. Die Strecke sei durch die Deutsche Bahn gesperrt worden.

Vier Verletzte im Kreis Warendorf

Beim Zusammenstoß eines Autos mit einem umgestürzten Baum sind in Sassenberg (Kreis Warendorf) im Münsterland vier Menschen verletzt worden. Ein 78-jährige Fahrer war mit seinem Wagen am Donnerstagnachmittag unterwegs, als plötzlich ein Baum vor dem Fahrzeug auf die Straße fiel, wie die Polizei mitteilte. Nach dem Zusammenprall brachten Rettungskräfte ihn und die drei übrigen Insassen des Wagens ins Krankenhaus.

Im Oberbergischen rückte die Feuerwehr zu rund 30 Einsätze aus. Straßenzüge wurden durch umgestürzte Bäume und herumliegende Äste blockiert und mussten freigeräumt werden, sagte ein Sprecher der Landrats im Oberbergischen Kreis. In der Gemeinde Reichshof sei ein Dach abgedeckt worden. Zu Schaden kam niemand. "Die Lage ist nicht dramatisch. Aber wir sind vorbereitet und jederzeit einsatzbereit."

Blitzeinschlag entfacht Brand in Hundehotel

In Porta Westfalica durchschlug ein Ast die Motorhaube eines fahrenden Autos, wie die Polizei des Kreises Minden-Lübbecke mitteilte. 

Vermutlich ein Blitzeinschlag hat zu einem Brand in einem Hundehotel am Niederrhein mit zwei toten Tieren geführt. In der Hundezwingeranlage der Einrichtung sei bei schlechtem Wetter am Donnerstagnachmittag ein Feuer ausgebrochen, teilte die Polizei des Kreises Wesel mit. Zwei Hunde verendeten, mehrere Hundezwinger wurden bei dem Feuer zerstört. Die Polizei geht nach ihren ersten Ermittlungen von einem Blitzeinschlag als Brandursache aus. 

Regenmengen geringer als erwartet

Ab dem frühen Nachmittag bildeten sich bei bis zu 30 Grad die ersten Gewitter und Schauer entlang der Eifel und des Niederrheins, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen. 

Die Regenmengen hielten sich nach Angaben des DWD vom späten Nachmittag mit zehn bis maximal 20 Litern pro Quadratmeter in Grenzen, auch Hagel sei nur vereinzelt aufgetreten. Der Sturm machte sich dafür umso mehr bemerkbar. Böen mit 110 Stundenkilometern wurden im Bezirk Arnsberg gemessen, 101 Stundenkilometer in Wuppertal. - dpa

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare