Opferanwalt sagt:

Anklageerhebung nach Loveparade dieses Jahr

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Bei der Loveparade in Duisburg waren vor drei Jahren 21 junge Menschen ums Leben gekommen.

DUISBURG - Die Loveparade-Katastrophe von Duisburg jährt sich am 24. Juli zum dritten Mal. Betroffene sehen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft vor dem Abschluss. Drei Parteien sollen Fehler gemacht haben.

Drei Jahre nach der Loveparade-Katastrophe in Duisburg wird es nach Auffassung von Opferanwalt Julius Reiter noch in diesem Jahr zur Anklageerhebung kommen. Die Beweislast und Anzeichen der Staatsanwaltschaft deuteten darauf hin, sagte Reiter am Freitagabend während einer Diskussionsrunde zur Loveparade in Duisburg. "Für die Opfer sei es wichtig, ein klares Bild zu haben, was genau passiert ist.

Reiter betonte, es müsse geprüft werden, ob den Beschuldigten im Einzelfall fahrlässiges Verhalten nachgewiesen werden kann. Inzwischen habe es zwar Akteneinsicht gegeben, aber einige belastende Fakten seien vor der Weitergabe herausgenommen worden. Dennoch sei die Verantwortung vor allem bei der Stadt, dem Veranstalter Lopavent und der Polizei zu sehen. Der britische Wissenschaftler Keith Still kommt in einem Gutachten zu dem Schluss, dass es nach dem von der Stadt genehmigten Konzept nicht einmal theoretisch möglich gewesen wäre, das Techno-Fest gefahrlos durchzuführen.

Konsequenzen sind bei der Stadt bislang nicht gezogen worden. Sören Link, Nachfolger des nach der Katastrophe abgewählten Oberbürgermeisters Adolf Sauerland, betonte, Disziplinarverfahren gegen Beschuldigte bei der Stadt würden erst bei einer Anklageerhebung eingeleitet.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen 16 Beschuldigte. Ein Sprecher hatte erst diese Woche erklärt, die Behörde arbeite mit Hochdruck am Abschluss der Ermittlungen.

Bei der Loveparade in Duisburg waren vor drei Jahren 21 junge Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 500 wurden während einer Massenpanik im Gedränge verletzt. Am kommenden Mittwoch wollen Betroffene aus fünf Ländern zum Gedenken nach Duisburg kommen. - dpa

Quelle: wa.de

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