Wissenslücken schließen

Online-Studie startet: Wie ticken Fußball-Fans?

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BIELEFELD - Vereine und Polizei stehen den Gewaltausbrüchen am Rande von Fußballspielen oft ratlos gegenüber. Meist soll pure Polizeipräsenz für Ruhe sorgen. Eine Studie will jetzt herausfinden: Wie tickt der Fußball-Fan eigentlich?

Mit einer groß angelegten Online-Befragung wollen Forscher der Universität Bielefeld die großen Wissenslücken über die deutschen Fußball-Fans schließen. Die Studie werde von der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) gefördert, teilte das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) am Mittwoch mit.

"Es wird zwar viel über Fans geschrieben, wissenschaftliche Untersuchungen gibt es aber nur wenige", sagte der Erziehungswissenschaftler Martin Winands. Er betreut die Onlinebefragung der "Fachstelle für Fußball und Konflikt" am IKG zusammen mit dem Sozialwissenschaftler Andreas Grau. "Die Befragung läuft sechs Wochen und wird in einem Jahr wiederholt." Etwa im Oktober 2015 sollen die Ergebnisse vorliegen.

Zielgruppe sind die Hunderttausenden von Zuschauern, die Spiele der ersten drei Ligen besuchen. Von "Problem-Fans" wollte Winands nicht sprechen. "Es geht um alle Fans, wie sie sich mit ihrem Verein identifizieren, wie sie zum Fan geworden sind und wie sie Konflikte wahrnehmen." Und man versuche, auf verschiedenen Wegen das ganze Spektrum der Fans anzusprechen, vom Gelegenheits-Stadionbesucher bis zum "Ultra".

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte die Debatte um Fußball-Fans kürzlich wieder ins Blickfeld gerückt, als er ankündigte, bei bislang friedlichen Begegnungen künftig weniger Polizei einzusetzen. "Das ist aber keine Sicherheitsstudie", betonte Winands. "Die Einsatzplanung der Polizei ist nicht unser Thema." Aber: "Die Studie kann vielleicht das Verständnis für die Fan-Kultur verbessern, auch bei Sicherheitsbehörden."

Der Fragebogen der Uni ist ab Donnerstag freigeschaltet - einfach diesem Link folgen! - lnw

Quelle: wa.de

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