In Wuppertal geht online auch lokal

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Ab Mittwoch kann man online bestellen - bei Händlern aus der eigenen Stadt. Wenn man in Wuppertal wohnt.

WUPPERTAL - Die Einzelhändler der Stadt Wuppertal werden Onlinehändler. Mit einem Projekt mit Vorbildcharakter stemmt sich die Gemeinschaft gegen die starke Konkurrenz aus dem Internet: „Online City Wuppertal“. Seit Mittwoch bieten 25 Händler ihre Produkte auf einem eigenen Online-Marktplatz an - mit Lieferung am gleichen Tag.

Von Eike Rüdebusch

Die Händlerpalette sei breit gefächert, erklärt Christiane ten Eicken, Projektmanagerin von Online City Wuppertal. Süßwaren könne man ebenso bestellen wie Wein, Tiernahrung, Sportmode, Bekleidung, Büro- und Kunstbedarf. Auch Kosmetika und Brautmode könne man sich nach Hause liefern lassen. Natürlich auch Bücher. Eine maximale Liefermenge werde von den einzelnen Shops festgelegt. „Im Regelfall liegt die aber bei 20 Kilogramm oder bei dem, was eine Person tragen kann“, sagt ten Eicken.

Denn die Bestellungen müssen ja auch ausgeliefert werden. Das passiert ebenfalls über einen lokalen Partner. In Wuppertal wird das junge Unternehmen „My Cocktail Taxi“ die Lieferungen übernehmen. Normalerweise liefert dieses abends alkoholische Getränke an Feierfreudige. „Jetzt können sie ihre Fahrzeugflotte auch tagsüber auslasten“, so ten Eicken.

Das Konzept für die Online City sei bereits vor einem Jahr entstanden. „Damals hat der Innovationsberater Andreas Haderlein hier über die Zukunft des stationären Handels referiert“, erinnert sich die Projektmanagerin. „Das hat uns auf die Idee gebracht, etwas zu verändern.“ Kurz darauf sei der Aufruf der Nationalen Stadtentwicklungspolitik des Bundes gekommen, innovative Projekte einzureichen und sich um Fördergelder zu bewerben. „Das war wie ein Fingerzeig des Himmels“, resümiert sie.

Denn kurz darauf habe man den Projektplan eingereicht – eine von 160 Bewerbungen. „Heute sind wir eines von 20 Projekten, die tatsächlich unterstützt werden.“ 150 000 Euro Fördergelder über drei Jahre gibt es von Seiten des Bundes, um die Online City anszustoßen. Davon werden unter anderem ten Eickens Stelle als Projektmanagerin bezahlt und auch die Schulungen für die Händler, um diese für digitale Angebote fit zu machen.

„Die meisten der teilnehmenden Geschäfte sind händlergeführt. Da arbeiten sehr wenige Leute im Verhältnis zu der Arbeit, die anfällt. Der Schritt, so einen Laden ins Netz zu bringen, geht da nicht so nebenbei.“ Trotzdem habe es keine Vorurteile von Seiten der Händler gegeben. „Nach den ersten Seminaren haben die Händler sofort gesagt, dass sie bei dem Projekt mitmachen wollen“, erzählt die Managerin.

Die, die Mittwoch schon dabei waren „sind die Pioniere, die die Fahne vorantragen“, sagt ten Eicken. Aber es stünden bereits weitere lokale Händler in den Startlöchern, um sich ebenfalls einen digitalen Shop einzurichten. Dieser wird von der Firma Atalanda gestellt. Wuppertal ist die dritte Stadt, die dort einen Platz für lokale Geschäfte einrichtet – nach Hamburg und Salzburg.

„Unsere Plattform sieht aber anders aus als die anderen: Wie legen den Fokus auf die Händler, nicht auf einzelne Produkte“, erklärt ten Eicken. In Zukunft sollen sich auch Online-Händler, die zwar in Wuppertal verkaufen, aber kein Ladenlokal betreiben, über das Projekt präsentieren können. Dafür sollen ein Showroom und ein Drive-In-Schalter eingerichtet werden. Wuppertal geht auch damit einen Schritt voraus.

Quelle: wa.de

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