Obst und Spargel: Natur hängt 10 bis 14 Tage hinterher

Münster - Nach einem langem Winter rechnen die Landwirte wegen der verkürzten Spargelzeit mit geringeren Umsätzen. Auch die Ernte von Obst wie Erdbeeren, Äpfel oder Kirschen wird später starten, jedoch sind die Experten der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hinsichtlich der Erträge optimistisch.

"Zehn Tage ist die Natur im Vergleich zum langjährigen Mittel hinterher", sagte Obstberater Heinrich-Ludger Rövekamp am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Erdbeeren werden wohl erst vom 8. Mai an geerntet und nicht wie gewohnt zum Monatsanfang. Für Betriebe ohne Foliensystem, das die Sonnenwärme speichert und damit eine frühere Ernte ermöglicht, rechnet Rövekamp Anfang Juni mit nur wenigen Tagen Verspätung.

Anders der Spargel: "Wir werden 14 Tage bei der Ernte verlieren. Und da wir die Saison nicht verlängern können, wird das die Spargelbauer auch Umsatz kosten", sagt Ralf Große Dankbar von der Kammer. Wie auch die Obstbauern hoffen die Spargel-Produzenten auf ein paar Tage Regen. "Der kalte Ostwind hat dem Boden Feuchtigkeit entzogen. Wir hatten zwar viel Schnee, aber der hat nicht viel Niederschlag für den Boden gebracht", sagte Rövekamp.

Der Verband der Rheinischen Rübenbauer rechnet trotz der Kälte mit einer termingerechten Saat im ersten April-Drittel. Laut Pressemitteilung war damit nach dem langen Winter und der niedrigen Temperaturen nicht zu rechnen. Die Bodenstruktur sei aber so günstig wie seit Jahren nicht mehr.

Für die Ackerbauern erwartet die Landwirtschaftskammer in der nächste Woche viel Arbeit. Hier liege die Natur fast drei Wochen hinterher. Außer den Rüben müssen dann Kartoffeln und Mais ausgesät werden. "Der Frost im Winter freut die Landwirte. Er lockert den Boden auf", sagte Sprecher Uwe Spangenberg.

Noch sei die Oberfläche zu trocken und der Boden zu kalt. Gerade der Mais brauche eine richtig warme Umgebung. Ob die im Herbst gesäte Wintergerste und der Winterweizen schaden im Winter genommen habe, können die Landwirte noch nicht beurteilen. Optimal für die Ackerbauern wären in den nächsten Tagen 15 Grad - und Regen. - dpa

Quelle: wa.de

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