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Oberbürgermeister mit Appell an die Bevölkerung - so lange soll es noch Ausgangsbeschränkungen geben

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Von: Oliver Prause

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Oberhausen zieht wegen dramatischer Corona-Zahlen die Reißleine. Die Konsequenzen sind enorm. Auch Beerdigungen sind nur in kleinem Kreis möglich. Der Oberbürgermeister appelliert in der Krise an die Bevölkerung.

Update, 23.12., 10.27 Uhr: Die erste Nacht mit Ausgangsbeschränkungen haben die Oberhausener hinter sich. Noch einige weitere liegen vor ihnen. Denn nach Angaben der Stadt sollen die verschärften Maßnahmen in der Corona-Krise bis mindestens 10. Januar 2021 aufrecht erhalten werden.

Auf der Homepage der Stadt richtet Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) in einer Videobotschaft einen dringenden Appell an die Bürger, sich unbedingt an die neuen Regeln zu halten, damit man die weiterhin hohen Infektionszahlen in der Stadt (die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Mittwochmorgen laut RKI-Angaben bei 328,8) in den nächsten Wochen merklich senken kann.

Corona-Krise in Oberhausen: An Beerdigungen dürfen nur noch maximal 50 Personen teilnehmen

Verschärfungen bei den Kontaktbeschränkungen sieht der neue Maßnahmenkatalog in Oberhausen übrigens auch bei Beerdigungen vor. Daran dürfen vorerst nicht mehr als 50 Personen teilnehmen. Außerdem sind neben den schon seit längerem gesperrten Sportplätzen der Stadt ab sofort auch alle Spielplätze im Stadtgebiet geschlossen. Auch die Nutzung von Spielflächen auf den Schulhöfen ist untersagt.

Auf einem Display wird auf die „Ausgangssperre“ in Oberhausen hingewiesen.
In Oberhausen gelten seit dem 22. Dezember verschärfte Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Coronavirus. Auf diesem Display wird auf die Maßnahmen hingewiesen. © Fabian Strauch/dpa/picture alliance

Erstmeldung, 22.12.: Die Stadt Oberhausen steht aktuell in der angespannten Corona-Situation in Nordrhein-Westfalen besonders im Fokus. Denn die Infektionszahlen steigen dort seit etwa einer Woche noch steiler an, als es ohnehin in den meisten NRW-Regionen schon der Fall ist.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Oberhausen laut der maßgeblichen Zahlen des Robert-Koch-Institutes (RKI) bei 341,6 (Stand: Dienstag, 0 Uhr) - damit ist die Revier-Metropole trauriger Spitzenreiter unter allen kreisfreien Städten bzw. Kreisen in NRW - erst weit dahinter folgt die kreisfreie Stadt Solingen mit einer offiziellen Inzidenz von 285,1 .

StadtOberhausen
Gründung1862
Einwohnerzahl210.764 (Stand: 31.12.2019)
Kfz-KennzeichenOB
OberbürgermeisterDaniel Schranz (CDU)
RegierungsbezirkDüsseldorf

Corona-Krise in Oberhausen: Ausgangsbeschränkungen gegen die dramatische Lage

Wie 24VEST.de* berichtet, sehen sich die Verantwortlichen der Stadt um Oberbürgermeister Daniel Schranz (CDU) und den Leiter des Corona-Krisenstabes Michael Jehn angesichts der dramatischen Lage zu einer drastischen (und im Ruhrgebiet bisher noch nie dagewesenen) Maßnahme gezwungen: Die Rede ist von Ausgangsbeschränkungen.

Über diese wird übrigens auch in anderen Regionen mit Inzidenzen von weit über 200* schon diskutiert - zum Beispiel im Kreis Recklinghausen (hier geht es zum 24VEST.de*-Newsblog zum Thema Corona-Krise im Kreis Recklinghausen*).

Tatsächlich ist mit dem Begriff aber sogar eine Ausgangssperre* gemeint - wenngleich auch nur in einem begrenzten Zeitraum. Denn konkret dürfen die Oberhausener Bürger ab Dienstagabend (22. Dezember), 21 Uhr, ihre Wohnungen und Häuser nachts nur noch mit „triftigem Grund“ verlassen.

Hier kontrolliert eine Polizeistreife einen Passanten in Dresden.
Nächtliche Ausgangssperren gibt es schon in anderen Regionen Deutschlands - vor allem im besonders von Corona betroffenen Sachsen. Hier kontrolliert eine Polizeistreife einen Passanten in Dresden. © Robert Michael/dpa/picture alliance

Welche Gründe das sind, erläutert die Stadt Oberhausen ihren Bürgern in einer offiziellen Bekanntmachung in ihrem Amtsblatt, das unter anderem auf der städtischen Homepage zu finden ist.

Corona-Vorschriften in Oberhausen: Auch Kontaktbeschränkungen werden viel strenger

Die Ausgangsbeschränkung gelten bis auf Weiteres täglich von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Ausnahmen gibt es allerdings an den Weihnachtsfeiertagen (24. - 26.12.20) und an Silvester (31.12.20). An diesen vier Tagen tritt die Ausgangsbeschränkung erst um 0 Uhr in Kraft. Außerdem dürfen Bürger an Neujahr (1.1.21) bis 2 Uhr morgens auf den Straßen unterwegs sein.

Darüber hinaus werden die ohnehin schon strengen Kontaktbeschränkungen in NRW in der Stadt Oberhausen angesichts der kritischen Infektionssituation weiter verschärft. So dürfen laut Angaben der Stadt im öffentlichen Raum nur noch zwei Personen eines Hausstandes und mit maximal eine weitere Person zusammenkommen. (op) *24VEST.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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