1. come-on.de
  2. Nordrhein-Westfalen

NRW: VRR bietet neuen Tarif für Pendler an - für wen sich das Ticket lohnt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Malin Schneider-Pluppins

Kommentare

Flexible Arbeitszeiten, Arbeiten von zu Hause oder aus dem Coworking-Space: Die Arbeitswelt hat sich spätestens mit Corona drastisch verändert. Nun will der VRR ein dazu passendes Ticket anbieten.

NRW/Gelsenkirchen – Morgens halb 7, der Wecker klingelt. Anziehen, Frühstücken und dann den Zug um 7.35 erwischen, um pünktlich um 8 Uhr im Büro zu sein. Was früher an jedem Morgen in der Woche etwa gleich ablief, sieht spätestens seit der Corona-Pandemie häufig ganz anders aus. Ob Homeoffice oder gestaffelte Arbeitszeiten: Die Arbeitswelt ist deutlich flexibler geworden. Wie RUHR24* weiß, will der VRR nun mit einem neuen Ticket für NRW den veränderten Bedingungen gerecht werden.

VRRVerkehrsverbund Rhein-Ruhr
GebieteRuhrgebiet, Niederrhein, Teile des Bergischen Landes, Düsseldorf
Gründung1980

Neues VRR-Ticket für Bus und Bahn in NRW: Für wen sich der neue Tarif lohnt

Starre Präsenzzeiten gehören in vielen Jobs der Vergangenheit an. Homeoffice wird inzwischen, wenn es der Job hergibt, von vielen Arbeitgebern angeboten, zumindest an einigen Tagen in der Woche. Doch während vieles an der neu dazugewonnenen Flexibilität begrüßt wird, ist sie mit der Nutzung eines klassischen Abos für Zug und Bus kaum noch vereinbar.

Egal ob Ticket 1000 oder 2000, ab 9 Uhr oder rund um die Uhr – Nutzer des ÖPNV in NRW* die bisher mit einem Abo des VRR gut zurechtkamen, fragen sich inzwischen häufig, ob sich die Kosten für das Ticket jetzt noch lohnen. Denn die Abos sind darauf ausgelegt, dass Ticket-Inhaber regelmäßig und zu ähnlichen Zeiten Zug und Bus benutzen.

In Zeiten, in denen – zum Beispiel durch die Corona-Pandemie* bedingt – aber häufiger aus dem Homeoffice gearbeitet wird, lohnt sich ein solches Abo nicht mehr. Trotzdem fahren viele (ehemalige) Abokunden immer noch so häufig mit Bus und Bahn, dass Einzeltickets auf Dauer zu teuer wären. Und so stehen viele vor dem Dilemma: Abo behalten? Oder kündigen?

NRW: VRR will Kunden mit neuem „Flex-Ticket“ eine Alternative bieten

Auf diese Frage scheint der VRR nun eine Antwort gefunden zu haben und will Kunden in NRW ein Ticket anbieten, das maximale Flexibilität bietet, aber gleichzeitig honoriert, dass man häufiger als nur sporadisch mit Zug oder Bus zur Arbeit fährt. „Auch, wenn sich in vielen Fällen die Abonnements nach wie vor lohnen, haben wir vorausschauend an Tarifen gearbeitet, die neue Arbeitsmodelle stärker berücksichtigen“, erklärt VRR-Vorstand José Luis Castrillo.

Frau im Homeoffice
Viele Arbeitnehmer sitzen weiterhin häufig im Homeoffice. Doch an einzelnen Tagen geht es auch immer häufiger zurück ins Büro. © Fabian Strauch/dpa

Bereits seit Juni testen VRR und Rheinbahn in NRW das sogenannte VRR-FlexTicket im Großkundenbereich*. Nun soll es das Ticket auch für Einzelkunden geben. Es soll neben dem „Bartarif“ und den Abonnements einen weiteren, flexiblen Tarif für regelmäßigere Nutzer bieten. Doch was kann das neue Ticket? Und für wen lohnt es sich?

Neue Tickets des VRR werden nächstes Jahr in NRW eingeführt

Die Idee hinter dem Tarifmodell ist einfach: Wer es nutzen will, zahlt einen monatlichen Grundbetrag und erhält dafür über einen Zeitraum von 30 Tagen, alle „normalen“ Tickets zu einem günstigeren, als den regulären Preis. Der Grundbetrag kann über den Arbeitgeber eingezogen, oder selbst gezahlt werden.

Das FlexTicket besteht aus zwei Tarif-Modellen: „Flex25“ und „Flex35“. Beide bieten in Kombination mit dem festen Grundbetrag um ermäßigte Preise auf Einzeltickets jeder Preisstufe. Auch Fahrradtickets werden günstiger. Der Flex25 reduziert den regulären Ticketpreis um 25 Prozent. Der Grundbetrag liegt bei 3,90 Euro. Der Flex35 reduziert die Ticketpreise um 35 Prozent. Zudem ist die Fahrradmitnahme enthalten. Allerdings ist hier der Grundbetrag mit 8,90 Euro etwas höher.

NRW: Neue Tickets des VRR könnten sich für viele lohnen

Wer also bisher zum Beispiel ein Ticket 1000 in der Preisstufe B nutzt, zahlt monatlich 100,78 Euro. In derselben Preisstufe kostet ein Einzelticket regulär 6 Euro. Das Abo lohnt sich also für alle, die mindestens 20 Mal im Monat den Zug zur Arbeit hin, und wieder zurück, nehmen. Das entspricht rund 10 Arbeitstagen im Monat.

Im Flex25 Tarif reduziert sich der Ticketpreis für ein Einzelticket auf 4,50. Alle, die 20 Mal oder seltener im Monat Bus und Bahn benutzen – also an weniger als 10 Tagen zur Arbeit fahren – kommen mit dem flexiblen Tarif günstiger weg. Sie würden nach diesem Beispiel in Preisstufe B monatlich nur 93,90 Euro für 20 Fahrten berappen müssen. Ohne das FlexTicket wären es 120 Euro für 20 Einzelfahrten.

Die Flex-Modelle sind nur digital über die App verfügbar, 30 Tage gültig und können monatlich – ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist – gekündigt werden. Mit dem Angebot strebt der VRR an, den ÖPNV zur günstigeren Alternative im Vergleich zum eigenen Auto zu machen. Die Flex-Ticket-Tarife sollen allerdings erst im Laufe des kommenden Jahres eingeführt werden. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Hinweis: In einer ersten Version des Textes ist uns bei dem Rechenbeispiel für die Ticketpreise ein Fehler unterlaufen. Wir haben diesen korrigiert.

Auch interessant

Kommentare