Hinweise auf Handel mit Arztterminen

DÜSSELDORF - Verbraucherschützer haben Hinweise auf einen unzulässigen Handel mit Arztterminen. "Die Beschwerden häufen sich. Sie kommen aus ganz Deutschland", sagte Christiane Lange, Expertin der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf, am Mittwoch.

Verbraucher hätten berichtet, dass ihnen ein rascher Termin zu Preisen für 40 bis 75 Euro angeboten werde, andernfalls erst in mehreren Monaten. Dies soll in einigen Fällen auch geschehen sein, obwohl die Patienten über akute Beschwerden geklagt hätten. "Das ist aus unserer Sicht unzulässig", sagte Lange.

Bei mangelnder Zahlungsbereitschaft seien sie an die Notfallambulanzen der Kliniken verwiesen worden. In anderen Fällen sei eine Weiterbehandlung von kostenpflichtigen Zusatzleistungen abhängig gemacht worden.

Ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein sagte, der Vereinigung seien lediglich einzelne Verdachtsfälle bekannt. Eine Häufung könne man nicht bestätigen. Kassenärzte mit voller Zulassung müssten mindestens 20 Stunden pro Woche für Kassenpatienten zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus dürften sie Privat-Sprechstunden oder Selbstzahler-Sprechstunden anbieten und abrechnen. Der Preis falle dann aber für die Behandlung an, nicht für den Termin. In akuten Fällen dürfe ohnehin keine Behandlung verweigert werden.

Dem NRW-Gesundheitsministerium liegen keine Beschwerden über einen Verkauf von Arztterminen vor. Die Ärzte bewegten sich in den geschilderten Fällen vermutlich in einer rechtlichen Grauzone - eine verbindliche Bewertung wäre aber nur bei genauer Betrachtung der jeweiligen Einzelfälle möglich. "Arzttermine zu verkaufen, halte ich für nicht akzeptabel", sagte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" ("WAZ"). - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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