Laut und leidenschaftlich

NRW-Minister Laumann erhöht Druck: Ungeimpfte sollen es „ungemütlich“ haben

Die Rufe nach der 2G-Regel werden lauter. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ist zwar dagegen, erhöht den Druck auf Ungeimpfte dennoch spürbar.

Düsseldorf – Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, erhöht den Druck auf Menschen im Land, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. Im Düsseldorfer Landtag sprach sich Karl-Josef Laumann laut und leidenschaftlich am Donnerstag – von lauten Unmutsbekundungen aus der Opposition begleitet – für „klare Kante“ aus. Wörtlich sagte er: „Ich bin nicht dafür, Nichtgeimpfte überall auszuschließen. Aber ich bin schon dafür, dass es Ungeimpften ungemütlich in diesem Land gemacht wird, wenn sie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen wollen.“

NRW-Gesundheitsminister erhöht Druck auf Ungeimpfte: Keine Lohnfortzahlung in der Quarantäne

Zum einen verwies Karl-Josef Laumann erneut darauf, dass Bürger-Tests ab Mitte Oktober für Ungeimpfte kostenpflichtig werden sollen. Insbesondere aber sprach er sich gegen eine weitere Lohnfortzahlung für Ungeimpfte im Fall einer Quarantäne aus - wie zuvor schon Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Ich bin dafür, dass wir sie ihnen nicht mehr geben, damit völlig klar ist: Wenn ich mir die Freiheit rausnehme, mich nicht impfen zu lassen – wobei nach allen Erkenntnissen das Impfen die einzige Möglichkeit ist, diese Pandemie in den Griff zu kriegen – dann muss ich für die Konsequenzen, die daraus entstehen, auch in vollem Umfang persönlich einstehen“, sagte Karl-Josef Laumann.

Im Falle einer behördlich angeordneten Quarantäne haben Arbeitnehmer laut Infektionsschutzgesetz Anspruch auf Entschädigung. Im Gesetz stehe aber klar: Wenn eine Quarantäne etwa durch Impfen vermieden werden könne, bestehe kein Anspruch auf Lohnfortzahlung, so der NRW-Gesundheitsminister. Nach Angaben seines Ministeriums wurden in NRW bislang 120 Millionen Euro für Lohnfortzahlungen bei Quarantäne ausgegeben.

NRW: Laute Rufe nach 2G-Regel

Auch der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat sich dafür ausgesprochen, den Druck auf Ungeimpfte deutlich zu erhöhen. „Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen“, sagte er der Funke Mediengruppe. Die 2G-Regel sieht vor, dass nur noch Geimpfte oder Genesene Zutritt haben zu Restaurants oder öffentlichen Einrichtungen. In Hamburg gilt diese Regel bereits, Baden-Württemberg will sie ab einer Hospitalisierungsinzidenz von 12 ab Montag einführen.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ist nicht dafür. Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, plädierte für einen maßvollen Umgang mit der 2G-Regel.

Bald keine Impfzentren mehr in NRW: Vorstoß für mehr mobiles Impfen

Beim Thema Impfen will NRW verstärkt auf mobile Impfteams setzen. Wie Karl-Josef Laumann sagte, sollen Kreise und kreisfreie Städte pro 50.000 Einwohner eineinhalb Stellen finanziert bekommen, um solche Teams zu organisieren.

Zudem habe das Land einen Vertrag mit der Kassenärztlichen Vereinigung geschlossen, damit für die mobilen Impfteams jeden Tag „eine gewisse Anzahl an Ärzten“ zur Verfügung stehe. Aktuell arbeitet sein Ministerium an einem neuen Impferlass, der „zeitnah“ veröffentlicht werden soll, wie eine Sprecherin sagte.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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