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Trinkwasser-Alarm in NRW? „So wenig Wasser wie noch nie im Jahr“

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Von: Tobias Schneider

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Droht jetzt eine Trinkwasserknappheit in NRW? Ein Wasserversorger nimmt bereits ein Reservekraftwerk in Betrieb.

NRW – Rächt sich der trockene NRW-Sommer 2022 nun im Herbst und Winter? Hohe Temperaturen und wochenlange Dürre prägten die vergangene warme Jahreszeit. Kaum ein Tropfen Regen fiel am Himmel über Nordrhein-Westfalen. Auch der Oktober fiel eher trocken als herbstlich nass aus. Droht jetzt eine Trinkwasser-Knappheit? Eine Talsperre in NRW weist einen kritischen Pegelstand auf, weiß RUHR24.

Ennepetalsperre in NRW hat so wenig Wasser wie noch nie in diesem Jahr

Wie der WDR berichtet, ist in der Ennepetalsperre in Breckerfeld so wenig Wasser wie noch nie in diesem Jahr. Der Wasserversorger AVU Netz spricht von einem Füllstand von gerade einmal 43 Prozent. Das sei rund ein Viertel weniger, als zu diesem Zeitpunkt im Schnitt üblich, heißt es weiter.

Ein wenig besser sieht es bei den Talsperren im Sauerland aus, die unter anderem das Ruhrgebiet mit Trinkwasser versorgen. Laut aktuellem Lagebericht des Ruhrverbands vom Donnerstag (17. November) lag der Füllstand um 7 Uhr bei 64,3 Prozent – Tendenz gleichbleibend. Zum Vergleich: Am 14. Juni waren die acht Talsperren im Sauerland zu 90,4 Prozent gefüllt.

In niederschlagsreichen Zeiten wird das Wasser in den Talsperren aufgestaut und in Trockenzeiten geben die Talsperren das Wasser zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung wieder an die Ruhr ab, erklärt Markus Rüde, Sprecher des Ruhrverbands im Juni gegenüber RUHR24.

Grundwasserknappheit in NRW – Tagebau trocknet das Land aus

Allerdings sind nicht nur die Talsperren in NRW nur bedingt gefüllt, sondern auch im Boden herrscht pure Trockenheit, wie aus einem Bericht der Tagesschau hervorgeht. Das Grundwasser in Nordrhein-Westfalen ist nach Correctiv-Recherchen deutlich zurückgegangen. Vor allem die Kreise Heinsberg, Düren und Lippe sinken die Wasserstände stark – in Dortmund hingegen nur leicht.

In den genannten Kreisen sei vor allem der Tagebau Schuld am Grundwassermangel, heißt es weiter. Dieser Grundwassermangel gefährde auch die Trinkwasserversorgung.

Ruhrverband: Frühling war zu trocken und zu warm
Luftaufnahme der Möhnetalsperre und dem Möhnesee im Sauerland. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Wann fällt mal wieder Regen über NRW? Dauerregen könnte Talsperren wieder auffüllen

Zurück zu den Talsperren: Langanhaltender Regen, der die Talsperren mal wieder richtig auffüllen könnte, ist zurzeit nicht in Sicht. Jedoch könnte es in den nächsten Tagen winterlich werden. Ist jetzt die Trinkwasserversorgung in Gefahr?

Gegenüber dem WDR teilt AVU Netz mit, dass es noch keinen Mangel gäbe, man aber die Situation ganz genau beobachte. Außerdem habe der Wasserversorger sein Reservewasserwerk in Wetter an der Ruhr in Betrieb genommen, um die Ennepetalsperre zu entlasten. Spätestens im Frühjahr sollen die Talsperren wieder gefüllt sein, damit der nächste Sommer zumindest in den zahlreichen Haushalten in NRW nicht zu trocken ausfällt.

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