NRW-Polizei startet Aktionswoche für Einbruchschutz

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Polizeibeamte der Hundertschaft stehen am mit einem Flyer zum Thema Einbruchschutz vor einem Banner der Polizei in Düsseldorf.

DÜSSELDORF - Die Polizei will die Bürger im Kampf gegen vermehrte Wohnungseinbrüche einspannen: Sie sollen ihre Wohnungen besser sichern und als Nachbarn aufmerksamer sein.

Angesichts der steigenden Zahl von Wohnungseinbrüchen hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen eine landesweite Aktionswoche "Einbruchschutz" gestartet. "Beratungsteams sind überall in NRW unterwegs", sagte Frank Kubicki von der Düsseldorfer Polizei am Montag. In der Landeshauptstadt gaben Polizisten Autofahrern bei Verkehrskontrollen Tipps gegen Einbrecher mit auf den Weg.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter kritisierte die Aktionswoche: Mit solchen Präventionskampagnen würden die Bürger letztlich in die Pflicht genommen, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen, so Wilfried Albishausen, BDK-Landesvorsitzender in NRW.

In NRW wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 30 500 Einbrüche registriert - vier Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Binnen vier Jahren stieg die Zahl der Einbrüche nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei landesweit sogar um mehr als 50 Prozent.

In rund 40 Prozent der Fälle sei es aber beim Versuch geblieben, weil die Täter es nicht schafften, Türen oder Fenster aufzubrechen, so das Innenministerium. "Die Täter investieren nicht mehr als zwei bis vier Minuten, dann verlieren sie die Geduld", sagte Präventionsexpertin Annette Becker.

Die Düsseldorfer Polizei will in der Aktionswoche ein tägliches Lagebild der Einbrüche veröffentlichen. Opfer von Einbrüchen und Nachbarn sollen aufgesucht und beraten werden. Eine Einsatz-Hundertschaft wird in Bussen und Bahnen Informationen verteilen. An Brennpunkten will die Polizei mit Info-Ständen vor Ort sein. Bürger wurden aufgerufen, bei verdächtigen Beobachtungen "keine Hemmungen" zu haben, den Notruf "110" zu wählen.

Hinter der Zunahme der Einbrüche werden organisierte Banden vermutet, die aus Osteuropa und den Beneluxländern einsickern. Bereits im Januar war das NRW-Innenministerium mit einer Großaktion gegen Einbrecher vorgegangen: 2000 Polizisten hatten Autofahrer kontrolliert und vor allem Kleintransporter unter die Lupe genommen. Im Nachhinein war Kritik an der Wirksamkeit der Aktion laut geworden.

Die Gewerkschaft der Polizei hatte bei einer Landtagsanhörung unlängst eine Reihe von Maßnahmen zur Eindämmung der Einbruchzahlen gefordert. Sie reichten von verstärkten Streifen bei Dunkelheit, besserer Polizei-Software bis zur Speicherung der Mobilfunkdaten für sechs Monate, um reisenden Tätern auf die Schliche zu kommen. - lnw

Quelle: wa.de

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