Für 6,5 Millionen Euro

NRW-Polizei jagt Raser mit neuen Digital-Blitzern

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Ein Polizeibeamter baut am in Düsseldorf eine neuartige Blitzanlage ESO 3.0 auf. Kern der neuen Anlage sind fünf nebeneinander angeordnete Lichtschranken. Drei messen die Geschwindigkeit, zwei die Position des Fahrzeugs. Die neuen Geräte werden mit mehreren Kameras gekoppelt und können jetzt auch die Kennzeichen von Motorrädern fotografieren.

DÜSSELDORF -Nordrhein-Westfalen rüstet auf im Kampf gegen Raser. Ab sofort kann jede Polizeibehörde im Land Temposünder mit neuen digitalen Messanlagen blitzen. Die Gesamtkosten für die Technik beziffert das Land auf rund 6,5 Millionen Euro.

Kern der neuen Anlage mit dem Namen Eso 3.0 sind fünf nebeneinander angeordnete Lichtschranken. Drei messen nach Angaben des NRW-Innenministeriums die Geschwindigkeit, zwei die Position des Fahrzeuges. „So können die Polizisten in Kurven und über vier Fahrstreifen hinweg messen, beispielsweise auf Autobahnen“, sagte Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Freitag in Düsseldorf.

Achtung, hier wird geblitzt – und das mit neuer Technik: So sehen die „Eso 3.0“-Anlagen aus, mit der Raser in NRW gejagt werden sollen.

Bisher ging die Polizei vornehmlich mit Laser-Pistolen auf Raser-Jagd. Die neue Lichtschranken-Technik, die Helligkeitsunterschiede auf den Fahrbahnen erfasst, sei deutlich vielseitiger als die bisher eingesetzten Geräte, so Jäger. Auch Motorrad-Raser sind künftig nicht mehr sicher. Die neuen Geräte können mit mehreren Kameras gekoppelt werden. Temposünder werden so von vorn und hinten fotografiert – so werden auch die Motorrad-Kennzeichen erfasst. Die Geräte seien ab sofort einsatzbereit. Mancherorts müssen die Beamten noch geschult werden.

Diese neue Flexibilität sei „Teil unserer Strategie für mehr Verkehrssicherheit“, betonte der Innenminister. „Zu schnelles Fahren ist der Killer Nummer 1 auf unseren Straßen. Die Polizei überwacht deshalb die Geschwindigkeit dort, wo zu schnell gefahren wird.“

Wie Ministeriumssprecher Tom Litges sagte, habe mittlerweile jede der 47 Polizeibehörden im Land die neue Blitzertechnik erhalten. Der Kreis Wesel habe sich sogar noch eine zweite Anlage angeschafft.

Bedenken über die Zuverlässigkeit von „Eso 3.0“ zerstreute der Ministeriumssprecher. In der Vergangenheit wurden in Deutschland etliche Raser freigesprochen, weil verschiedene Gerichte Fehler in der Messtechnik und mangelnde Transparenz beklagt hatten. In NRW habe man die neuen Blitzer seit 2011 getestet, die jetzt auch von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig zertifiziert sei. Litges: „Diese Technik ist sicher.“ - hd

Quelle: wa.de

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