Feiertage nahen

Urlaub an Ostern? Kanzleramt fordert Warnung vor Reisen

Das Osterfest naht und viele Deutsche würden trotz steigender Corona-Infektionszahlen an den Feiertagen gerne verreisen. Zu dem Thema gibt es pro Bundesland unterschiedliche Ansätze.

Update: 22. März. Mit Spannung wird der Corona-Gipfel* am heutigen Montag (22. März) erwartet. Dabei wird es unter anderem auch um die Regelungen bezüglich Reisen zu den bevorstehenden Ostertagen gehen. In der Beschlussvorlage des Kanzleramtes steht, dass die einzelnen Bundesländer vor „nicht zwingenden Reisen“ warnen sollen.

„Das Auftreten von verschiedenen Covid-19-Varianten und deren weltweite Verbreitung haben gezeigt, dass der grenzüberschreitende Reiseverkehr auch weiterhin auf das absolut erforderliche Mindestmaß begrenzt werden muss“, heißt es in der Beschlussvorlage. Beim Thema Urlaub gibt es in den Bundesländern verschiedene Ansatzpunkte.

So fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf eine Prognose des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu warten. Zwar könne er verstehen, dass die Menschen an Ostern Urlaub machen wollen – durch die vermehrten Reisen nach Mallorca habe das Thema jedoch eine neue Dynamik erhalten. Söder forderte zudem eine Testpflicht für Rückkehrer von der spanischen Insel sowie verbindliche Quarantäne-Regeln.

Eine gemeinsame Strategie legen dagegen die drei Küstenländer Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen vor. Sie schlagen vor, trotz der hohen Corona-Zahlen den Menschen deutschlandweiten Urlaub an Ostern zu ermöglichen. Dieser soll jedoch nur innerhalb des eigenen Bundeslandes erfolgen – Voraussetzung dafür sei ein negativer Corona-Test. Corona-Schnelltests sind vor Ostern nun auch online bei Amazon erhältlich und aktuell in den Supermärkten heiß begehrt.

Malu Dreyer, frisch wiedergewählte Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, will zumindest Ausflüge für die Ostertage ermöglichen. Es müssten Rahmenbedingungen geschaffen werden, „dass die Menschen in den anstehenden Osterferien bei uns wandern und in einem Gartenlokal einkehren können, statt nach Mallorca zu fliegen und am Ballermann zu feiern“, so die SPD-Politikerin. Vergangene Woche äußerte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet seine Skepsis, dass Reisen an Ostern möglich sein werden.

Trotz Corona-Lage in den Osterurlaub? Armin Laschet äußert sich

Erstmeldung: 18. März. NRW – Die derzeitige Corona-Lage in Deutschland ist besorgniserregend: Am Donnerstag (18. März) vermeldete das Robert-Koch-Institut (RKI) 17.500 Neuinfektionen mit dem Coronavirus* – das sind 3000 mehr als noch in der Vorwoche. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 90. Dennoch wird bundesweit viel über das Thema Urlaub und Reisen geredet, wie msl24.de* berichtet.

Der Grund: Das Osterfest naht und traditionell fahren während des verlängerten Wochenendes viele Bundesbürger in den Urlaub – sei es innerhalb Deutschlands oder ins Ausland. Seit einigen Tagen sind Reisen nach Mallorca wieder erlaubt. Dies nahmen viele Deutsche zum Anlass, auf die spanische Insel zu fliegen. Auch vom Flughafen Münster/Osnabrück (FMO)* aus können Touristen dieser Tage nach Mallorca fliegen.

PersonArmin Laschet
AmtMinisterpräsident von NRW
ParteiChristlich Demokratische Union (CDU)

Coronavirus: Tourismusbranche in NRW fordert Lockerungen vor Ostern

Beim bevorstehenden Corona-Gipfel am Montag (22. März) soll erstmals wieder das Thema Tourismus behandelt werden. Werden Übernachtungen in Hotels und Ferienwohnungen wieder erlaubt sein? Die Einrichtungen sind derzeit nicht nur im Münsterland* geschlossen. Der Verein Tourismus NRW findet es „nicht nachvollziehbar, weshalb Urlaub außerhalb Deutschlands möglich ist, es für das Inland aber nach wie vor keinen Plan gibt, obwohl in den Betrieben eine kontrollierte und sichere Unterbringung von Gästen möglich ist“.

Vor dem Corona-Gipfel, der aufgrund des Impfstopps von Astrazeneca* verschoben werden musste, fordert die Tourismusbranche von der Politik daher Öffnungsperspektiven. „Mit Impfen, Testen, digitaler Kontaktnachverfolgung sowie Schutz- und Hygienekonzepten ist sicherer Tourismus möglich“, erklärte Pressesprecherin Tonia Haag gegenüber wa.de*. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) äußerte sich nun zu dem Thema.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet über Urlaub an Ostern

Trotz der Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca riet der CDU-Vorsitzende zunächst davon ab, auf die spanische Insel zu fliegen. Zudem bezweifelt er, dass Inlandsreisen bis zu den Ostertagen (2. bis 5. April) aufgrund der derzeitigen Corona-Lage wieder möglich sein werden. „Ob für Deutschland der Tourismus am 22. März bei steigenden Inzidenzen öffnet, halte ich für fraglich“, sagte er bei einer Pressekonferenz am Dienstag (16. März). Zuvor hatten die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen jedoch Lockerungen für Reisende ab Ostern angekündigt.

Wird Osterurlaub möglich sein? Die Tourismusbranche erhofft sich eine baldige Antwort auf die Frage. (Symbolbild)

Die Tourismusbranche ist nicht die einzige, die auf eine Öffnungsperspektive hofft. Auch die Kulturschaffenden wünschen sich Lockerungen für ihre Branche, wie neulich der Veranstalter des Vainstream Festivals in Münster äußerte*. Seit einem Jahr dürfen keinerlei Events, ob groß oder klein, aufgrund der Pandemie stattfinden. Über bereits durchgesetzte Öffnungen wird hingegen bereits hart gestritten. Die Schulöffnungen in NRW werden von vielen kritisiert. Ein Kreis in NRW schloss die Schulen nun wieder und zog die Notbremse, nachdem die Inzidenz seit drei Wochen über 130 gelegen hatte. (*msl24.de und wa.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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