Landtagswahl 2022

Laschet zieht Nachfolger in NRW schon jetzt runter - Alarmierende Umfrage-Werte für CDU

Nach der Wahl-Pleite von Armin Laschet stürzt die CDU auch in NRW ab. Eine Umfrage sieht Hendrik Wüst klar abgeschlagen. Die SPD ist im Aufwind.

Hamm - Die CDU befindet sich nach dem herben Verlust bei der Bundestagswahl 2021* in der Krise. In den Umfragen stürzt die Union immer weiter ab - und in der Führungsebene deutet sich ein langer Prozess der Neuausrichtung an - inhaltlich wie auch personell. CDU-Chef Armin Laschet* wird wohl nicht mehr antreten.

LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Bevölkerung17.925.570 (31. Dezember 2020)
HauptstadtDüsseldorf

Umfrage zur NRW-Landtagswahl: Armin Laschet zieht Hendrik Wüst und CDU runter - SPD vorn

Einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge ist eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten für den sofortigen Rücktritt des noch amtierenden Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen als Vorsitzender der Bundes-CDU. 66 Prozent der Befragten würden es demnach für richtig halten, wenn Armin Laschet das Amt abgäbe, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten RTL/ntv-Trendbarometer hervorgeht. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat dafür im Oktober rund 2.500 Menschen befragt. Es werden bereits mehrere Nachfolge-Kandidaten für Armin Laschet als CDU-Chef gehandelt.

Die CDU hat seither aber nicht nur auf Bundesebene mit den Folgen der Bundestagswahl und wohl auch der Kandidaten-Wahl kämpfen. Die Auswirkungen bekommt auch NRW zu spüren - und damit auch der designierte Nachfolger von Armin Laschet als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident, Hendrik Wüst.

Wenn schon jetzt NRW-Landtagswahl* wäre, würde die CDU auch im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschland heftig abschmieren. Einer jüngsten repräsentativen Umfrage zufolge würde auch in Nordrhein-Westfalen die SPD rasant an der regierenden CDU vorbeiziehen.

Landtagswahl 2022 in NRW: SPD zieht nach Armin Laschets Wahl-Debakel an CDU vorbei

In einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der Bild legt die lange abgeschlagene SPD im Vergleich zu einer Insa-Umfrage vom Mai um 13 Prozentpunkte zu und landet damit bei 33 Prozent. Exakt so viel hatte die CDU mit Armin Laschet bei der Landtagswahl 2017 in NRW erzielt. Im Vergleich zu ihrem damaligen Wahlergebnis stürzt die Landespartei des scheidenden Ministerpräsidenten hier nun aber um 13 Punkte auf nur noch 20 Prozent ab und verliert damit gemessen an der Mai-Umfrage noch einmal fünf Punkte.

Es käme also zu einem Regierungswechsel, wenn schon jetzt Landtagswahl in NRW wäre. Denn der Umfrage zufolge hätte die aktuelle schwarz-gelbe Landesregierung aus CDU und FDP mit nur noch 35 Prozent keine Mehrheit mehr im Landtag in Düsseldorf. Die SPD, die 2017 mit 31,2 Prozent der Wählerstimmen auf Platz 2 gelandet war, könnte nun mit Grünen oder FDP eine parlamentarische Mehrheit erzielen.

CDU-Politiker Hendrik Wüst (rechts), designierter Nachfolger von Armin Laschet als Ministerpräsident in NRW, liegt mit der CDU in einer aktuellen Umfrage weit abgeschlagen hinter der SPD.

Die FDP überholt der Umfrage zufolge mit derzeit 15 Prozent (2017: 12,6) sogar die Grünen, die demnach 13 Prozent erreichen. Für die Öko-Partei wäre das zwar ein deutlicher Zuwachs gegenüber ihrem mageren Ergebnis bei der NRW-Landtagswahl 2017, allerdings auch ein Ende des Umfragehochs: Im Mai kamen die Grünen noch auf rund 26 Prozent in NRW.

Umfrage zur NRW-Landtagswahl: SPD könnte mit Grünen oder FDP regieren

Mit diesen Werten der beiden kleineren Parteien, die auf Bundesebene derzeit eine Ampel-Koalition mit der SPD sondieren, wären eine rot-grüne sowie eine rot-gelbe Koalition wie auch ein Bündnis aus CDU, FDP und Grünen möglich. Auch eine Große Koalition aus CDU und SPD wäre in NRW den Umfragewerten zufolge möglich.

Es ist wichtig zu beachten, dass Umfragen zu Wahlen generell mit Unsicherheiten behaftet sind. Unter anderem erschweren nachlassende Partei-Bindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider. Sie sind daher keine Prognosen auf den Wahlausgang. (mit dpa-Material) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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