NRW-Minister gegen Ausweitung von Videoüberwachung

DÜSSELDORF - Nach dem versuchten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof hat sich Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) gegen eine Ausweitung der Videoüberwachung ausgesprochen.

An allen öffentlichen Plätzen Videokameras zu installieren, bringe nicht mehr Sicherheit, sagte Kutschaty am Dienstag im WDR-Hörfunk. "Wir werden dann erleben, dass die Kriminalität sich höchstens in andere Bereiche verlagert." Auch bedeute eine Ausweitung eine erhebliche Einschränkung für die Bevölkerung und halte einen Attentäter nicht davon ab, einen schweren Anschlag zu verüben. Man dürfe Bürgern keine Scheinsicherheit vorgaukeln.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sprach sich für Videoaufzeichnungen an allen Bahnhöfen aus. Videoüberwachung sei ein "sehr wirkungsvolles Instrument", sagte Wendt dem Radiosender NDR Info. "Sie erleichtert uns die Fahndung, sie erleichtert uns auch die Aufklärung von Straftaten." Sie könne zum Beispiel auf Bahnhöfen die ganze Brutalität von Gewaltdelikten später vor Gericht dokumentieren, sagte Wendt.

Nach dem versuchten Anschlag haben Bundesinnenministerium, Unionspolitiker und Polizeivertreter mehr Videoüberwachung in Deutschland gefordert. Ein entsprechender Vorstoß von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) stößt bei SPD, Grünen und Linken aber auf heftige Kritik. - lnw

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare