NRW-Jugendämter: 3900 Kinder akut gefährdet

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Symbolbild

DÜSSELDORF - Mehr als 3900 Kinder und Jugendliche in NRW liefen 2012 nach Einschätzung der Jugendämter akut Gefahr, in ihren Familien körperliche oder seelische Schäden zu erleiden. In weiteren 4900 Fällen konnten die Ämter eine spätere Gefahr nicht ausschließen.

In etwa 8700 Fällen wurde keine sogenannte Kindeswohlgefährdung festgestellt, aber ein Hilfebedarf. In 10 600 Fällen konnten die Ämter Entwarnung geben. Insgesamt prüften die Jugendämter laut statistischem Landesamt knapp 28 100 Fälle. Die Zahlen wurden auf der Grundlage des neuen Bundeskinderschutzgesetzes erstmals erhoben. Zum Vergleich: In Bayern prüften die Jugendämter 2012 knapp 14 800 Fälle. 2800 Kinder und Jugendliche sahen sie akut in Gefahr.

Das sei etwa der Fall, wenn Kinder nicht erklärbare Verletzungen hätten oder in verwahrlosten Wohnungen lebten, erklärte der stellvertretende Jugendamtsleiter der Stadt Köln, Klaus-Peter Völlmecke. "Für uns ist entscheidend: Treffen wir Eltern an, die einsehen, dass sie überfordert sind." Lassen sich die Eltern nicht helfen, entscheiden Familiengerichte gegebenenfalls, die Kinder in Obhut zu nehmen, so Völlmecke.

38 Prozent der in NRW akut gefährdeten Minderjährigen waren zwischen 10 und 17 Jahre alt, 26 Prozent unter 3 Jahre. Die Jugendämter wurden am häufigsten von Verwandten, Bekannten oder Nachbarn der Kinder auf deren mögliche Gefährdung hingewiesen. Zahlreich waren auch die Hinweise von Polizei, Gerichten oder Staatsanwaltschaften. - lnw

Quelle: wa.de

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