Warnung vor massiver Gewalt im neuen Rocker-Milieu

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DÜSSELDORF - Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat vor massiver Gewalttätigkeit im neuen Rocker-Milieu gewarnt. "Wir haben es mit einem stark veränderten Kriminalitätsphänomen zu tun", sagte Jäger am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag.

"Wir haben es nicht mehr mit den Rockerbanden des 45- bis 50-jährigen Deutschen zu tun, der mit Kleinkriminalität und Motorradfahren über die Runden kommt", berichtete der Minister. "Die Szene wird nachhaltig übernommen von massiv gewalttätigen jungen Männern, insbesondere mit Migrationshintergrund." Das klassische Klischee von der Rockerbande gelte nicht mehr.

Der FDP-Abgeordnete Marc Lürbke kritisierte Nachlässigkeit bei der Bekämpfung des Milieus. "Hier wurden rechtsfreie Räume geschaffen." Jäger forderte ihn auf, den Vorwurf zurückzunehmen, dass die Polizei durch bewusstes Wegschauen Verteilungskämpfe geschürt habe. "Das ist der Vorwurf der Strafvereitelung. Das belegen Sie konkret oder sie nehmen den Vorwurf zurück."

Lürbke bekräftigte, es sei zu spät gehandelt worden. Nun müsse es darum gehen, die Führungspersonen zu entzaubern und zu überprüfen, wie sie ihren Lebensstil finanzieren. Dies geschehe auch durch Unterdrückung geschlagener und vergewaltigter Frauen im Rotlicht-Milieu. Die Polizei in NRW sei nicht optimal aufgestellt, um diese Strukturen aufzudecken und zu bekämpfen. In Berlin würden dazu Experten aus dem Landeskriminalamt abkommandiert, sagte Lürbke. In NRW würden dagegen häufig junge Polizisten aus dem Bereitschaftsdienst "in sehr riskante Manöver geschickt".

In Nordrhein-Westfalen ist es in den vergangenen Wochen verstärkt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen im Rocker-Milieu gekommen. Rockerfehden endeten im Laufe der vergangenen Jahre teilweise auch tödlich. - lnw

Quelle: wa.de

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