NRW-Gesetz gegen Weihnachtsbaumkulturen

Von Detlef Burrichter ▪ DÜSSELDORF Die NRW-Landesregierung will dem Wildwuchs von Weihnachtsbaumkulturen im Sauerland Einhalt gebieten und dazu das Landesforstgesetz ändern.

Künftig sollen die Forstbehörden Neuanlagen von Weihnachtsbaumkulturen untersagen oder mit Auflagen zu versehen dürfen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird in dieser Woche in den Landtag eingebracht.

Ohnehin sei das Sauerland mit 18 000 Hektar Anbaufläche das wichtigste europäische Produktionsgebiet für Weihnachtsbäume, heißt es in dem Entwurf. Jeder dritte Weihnachtsbaum, der in Deutschland aufgestellt werde, stamme aus dem Sauerland. Mittlerweile würden aber auch mehr als 4000 Hektar Waldflächen für Weihnachtsbaumkulturen genutzt. Nachdem der Orkan Kyrill 2007 über dem Sauerland wütete, seien dann nochmals 2200 Hektar Waldfläche für diesen Zweck umgenutzt worden, statt sie wieder als Wald aufzuforsten.

Dieser Entwicklung solle nun Einhalt geboten werden. Denn anders als in früheren Zeiten seien Weihnachtsbäume heute kein Nebenprodukt der Forstwirtschaft mehr. Durch die intensive Bewirtschaftung würden die Böden stark belastet. Düngemittel, Insektizide und Pestizide kämen in großen Mengen zum Einsatz. Die Folge davon seien ökologische Verarmung, Lebensraumverlust für Tier- und Pflanzenarten sowie ein deutlich verändertes Landschaftsbild. Auch die Grundwasserqualität werde negativ beeinflusst. Auch bei der Bevölkerung im Sauerland gebe es mittlerweile „erhebliche Akzeptanzprobleme“, heißt es im Gesetzentwurf.

Bestehende Weihnachtsbaumkulturen sollen von der Neuregelung aber nicht betroffen sein. Im Ergebnis werde eine Gleichstellung von Weihnachtsbaumkulturen auf Waldflächen und außerhalb des Waldes erreicht.

Quelle: wa.de

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