Immer mehr Asylverfahren beschäftigen NRW-Gerichte

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DÜSSELDORF/MÜNSTER - Mit einer steigenden Zahl von Flüchtlingen landen auch immer mehr Streitfälle in Asylfragen vor den nordrhein-westfälischen Verwaltungsgerichten.

So ist die Zahl der eingereichten Klagen und Eilanträge bei den Asylkammern der Gerichte 2014 im Vergleich zum Vorjahr landesweit um mehr als 50 Prozent angestiegen, wie das Justizministerium auf Anfrage mitteilte. Bei den sieben Verwaltungsgerichten gingen im abgelaufenen Jahr mehr als 15.000 solcher Fälle ein.

Einen besonders deutlichen Anstieg gab es dabei in Aachen (um 86 Prozent auf knapp über 1000 Verfahren), Köln (um 85 Prozent auf rund 2400 Verfahren) und Arnsberg (um 74 Prozent auf mehr als 2100 Fälle). In Gelsenkirchen und Minden stieg die Zahl dagegen lediglich um ein gutes Drittel.

Deutliche Zunahme an Asylbewerbern 

Nach Auskunft des Verwaltungsgerichts Münster lässt sich der Anstieg vor allem auf stärkeren Zulauf von Flüchtlingen angesichts der vielen Krisen in der Welt zurückführen. In NRW kamen nach Angaben des Innenministeriums 2014 rund 40.000 neue Asylbewerber hinzu.

Zugenommen habe beim Gericht in Münster besonders die Zahl der Verfahren, in denen Flüchtlinge aus Balkanländern gegen ihre drohende Abschiebung vorgehen, sagte ein Gerichtssprecher. Im vorigen Jahr waren Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina als "sichere Herkunftsstaaten" eingestuft worden. Asylbewerber von dort können damit zwar von der Verwaltung schneller abgelehnt werden, doch steht auch ihnen dann der Klageweg offen. - dpa

Quelle: wa.de

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