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NRW will neben Steigerlied und Trinkhallen weitere Ruhrpott-Eigenheit ehren

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Von: Tobias Schneider

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Das Ruhrgebiet hat viel zu bieten. Neben dem Besuch einer Trinkhalle zeichnet sich das Leben auch durch andere Dinge aus. Die will das Land NRW bundesweit ehren lassen.

NRW – Es gehört zum Ruhrgebiet dazu wie Winnetou zu Old Shatterhand gehört: die unzähligen Trinkhallen. Zwar sind es in den vergangenen Jahren weniger geworden, dennoch gehört die Trinkhallen-Kultur seit 2020 zum offiziellen immateriellen Kulturerbe Nordhrein-Westfalens. RUHR24 weiß, dass das Land zwei weitere typische Ruhrgebietseigenheiten bundesweit ehren und schützen lassen möchte.

BundeslandNRW
LandeshauptstadtDüsseldorf
Einwohnerca. 17,9 Millionen

NRW will neben Trinkhallen-Kultur und Steigerlied eine weitere Eigenheit im Ruhrgebiet ehren

Das Ruhrgebiet in NRW ist reich an Kulturgütern. Neben zahlreichen Orten, die durchaus Potential für ein Unesco-Weltkulturerbe hätten, gibt es auch viele, eher unscheinbare Orte und Bräuche, die aber original zum Ruhrgebiet dazu gehören.

Eins davon ist eben jene Trinkhallen-Kultur: Sie spielt beim sozialen Zusammenhalt eine zentrale Rolle: Trinkhallen nehmen als typische Treffpunkte eine wichtige Funktion für die Nachbarschaft ein und stellen Orte der Integration und des Austausches dar.

Ähnliches gelte aber auch für das Steigerlied, welches das Land NRW als eins von zwei Vorschlägen für das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes nominiert hat.

Steigerlied und Trinkhalle: NRW nominiert weiteres Ruhrgebietsoriginal für Kulturerbe-Verzeichnis

Die weitere Nominierung bekam die Bolzplatzkultur. Das Ruhrgebiet ohne Fußball gibt es nicht. Neben Schalke 04, Borussia Dortmund und VfL Bochum spielen eben jede Bolzplätze eine entscheidende Rolle.

Im Oktober 2018, als die Bolzplatzkultur offiziell in NRW als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde, sagte Manuel Neukirchner, Direktor des Fußballmuseums in Dortmund: „„Der Bolzplatz ist ein prägender Sozialisationsraum. Hier treten Kreativität, spontane Selbstorganisation, Toleranz und Durchsetzungsvermögen in wechselseitige Beziehungen. Für Kinder und Jugendliche ist der Bolzplatz daher eine Lebensschule.“ 

Die Bolzplatzkultur ist bereits seit 2018, das Steigerlied seit 2020 in das Landesinventar in Nordrhein-Westfalen eingetragen.

Ein Bolzplatz mit einem Fußball.
„Eine Runde bolzen gehen“. Die Bolzplatzkultur soll es ins bundesweite Verzeichnis fürs immaterielle Kulturerbe schaffen. © Jörg Carstensen/DPA

NRW nominiert Bolzplatzkultur und Steigerlied fürs bundesweite immaterielle Kulturerbe

Ob die nominierten Kulturformen in das Bundesweite Verzeichnis aufgenommen werden, steht nach weiterer Prüfung auf Bundesebene und abschließender Bestätigung spätestens zu Beginn des Jahres 2023 fest.

Hintergrund der Erstellung der Verzeichnisse auf Landes- und Bundesebene ist die Umsetzung des Unesco-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes, dem die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2013 beigetreten ist.

Das Landesinventar NRW umfasst außerdem bereits die Anlage und Pflege von Flechthecken, das Bochumer Maiabendfest, das Brieftaubenwesen, den Rheinischen Karneval und eben jene Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet.

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