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NRW: Familienfeiern an Weihnachten verboten? Wüst verrät seinen Corona-Plan

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Von: Lisa Krispin

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NRW hat die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte massiv verschärft. Das hat auch Auswirkungen auf Familienfeiern an Weihnachten.

NRW – Dieser Dezember lässt nur wenig Vorfreude auf Weihnachten zu. Bundesweit meldet das Robert Koch-Institut (RKI) täglich zehntausende neue Infektionen mit dem Coronavirus* und auch in NRW bleibt die Lage weiterhin angespannt. Das Thema Impfen ist in aller Munde und wenige Wochen vor Heiligabend wurden die Corona-Regeln noch einmal massiv verschärft. RUHR24* verrät, was das für Familienfeiern über die Feiertage bedeuten könnte.

BundeslandNRW
Corona-Neuinfektionen7.592 (7. Dezember)
Sieben-Tage-Inzidenz297,0 (7. Dezember)

Neue Coronaschutzverordnung in NRW: Lockdown für Ungeimpfte

Seit Samstag (4. Dezember) gilt in Nordrhein-Westfalen* die neue Coronaschutzverordnung. Eine weitreichende Änderung betrifft unter anderem den Einzelhandel. Dort gilt ab sofort die 2G-Regel, die zunächst für den Freizeitbereich und Veranstaltungen durchgesetzt wurde. Zugang zu Geschäften haben jetzt nur noch vollständig Geimpfte und Genesene. Supermärkte, Apotheken oder etwa Drogerien sind von dieser Regelung ausgeschlossen.

Die strengen Anpassungen treffen vor allem all diejenigen, die sich bislang gegen eine Corona-Impfung entschieden haben. „Jedem muss inzwischen klar sein: Ohne Impfung werden wir unsere Normalität nicht zurückbekommen. Ich hoffe, dass diejenigen, die das bislang anders gesehen haben, nun zur Vernunft kommen“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zu den neuen Regeln, die für Ungeimpfte quasi einen neuen Lockdown bedeuten.

Neue Corona-Regeln in NRW wirken sich auf Familienbesuche an Weihnachten aus

Zwangsläufig haben die angepassten Corona-Maßnahmen in NRW* auch Auswirkungen auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Da werden Erinnerungen aus dem vergangenen Jahr geweckt. Im Dezember 2020 sind die Weihnachtsferien an den NRW-Schulen früher gestartet*, um die Kinder vor dem Besuch bei der Verwandtschaft in Quarantäne zu schicken. Mögliche Neuinfektionen sollten so verhindert werden.

Private Treffen durften lediglich aus zwei Haushalten bzw. höchstens fünf Personen bestehen. Für die Weihnachtsfeiertage hatten sich Bund und Länder dann aber auf gelockerte Corona-Regeln geeignet, damit das Fest trotz aller Umstände im Kreise der Familie gefeiert werden konnte (mehr Corona-News aus NRW* bei RUHR24 lesen).

Corona in NRW: Kontaktbeschränkungen an Weihnachten – keine Ausnahmen für Ungeimpfte

Nun gelten neue Kontaktbeschränkungen, die eine große Familienfeier an Weihnachten vor allem für Ungeimpfte in weite Ferne rücken lassen könnten. Laut der neuen Coronaschutzverordnung gilt: Menschen, die weder vollständig geimpft noch genesen sind, dürfen sich bei privaten Treffen nur noch mit Angehörigen des eigenen Haushalts und maximal zwei Personen eines weiteren Haushalts treffen. Dabei zählen Kinder unter 14 Jahren nicht mit. Eheleute, Lebenspartner und unverheiratete Partner gelten als ein Haushalt.

Ein mögliches Schlupfloch ließ das Land NRW dabei nicht offen. So gelte die Regel auch dann, wenn ungeimpfte sich mit geimpften oder genesenen Personen treffen. Nur für Zusammenkünfte, an denen ausschließlich Geimpfte oder Genesene teilnehmen, gilt die Kontaktbeschränkung nicht (weitere Corona-News im Live-Ticker* bei RUHR24 lesen).

Keine Lockerungen an Weihnachten – NRW-Ministerpräsident Wüst hofft auf Einhaltung der Regeln

Auch über die Weihnachtstage scheinen angesichts der aktuellen Corona-Lage diesbezüglich keine Lockerungen geplant zu sein. Die Besuche innerhalb der Familie – vorausgesetzt diese leben in unterschiedlichen Haushalten – werden für Ungeimpfte in diesem Jahr demnach sehr klein ausfallen.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hofft derweil auf die Einhaltung der strengen Maßnahmen. Beim Besuch einer Impfstelle in Düsseldorf stellte der Politiker aber auch klar, dass die Behörden nicht in Privatwohnungen kontrollierten, ob die verschärften Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte eingehalten werden.

Ministerpräsident Hendrik Wüst
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hofft auf die Einhaltung der strengen Kontaktbeschränkungen. © Marius Becker/dpa

Harter Corona-Lockdown über Weihnachten in NRW möglich? Wüst äußert sich

„Die Privatwohnung ist immer ein besonders geschützter Raum. Wenn es keine Veranlassung gibt, zu glauben, dass da außergewöhnliche Dinge stattfinden, wird der Staat diesen Raum schützen“, sagte Wüst. Was Bund und Länder an Maßnahmen verabredet hätten, lasse immerhin Familienfeiern im kleinen Raum unter Einschränkungen zu.

Zusätzliche Corona-Regeln oder womöglich einen harten Lockdown über Weihnachten lehnte der 46-Jährige zumindest aus aktueller Sicht ab. NRW habe nach den Bund-Länder-Gesprächen mehr Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie eingeführt als es zwingend nötig gewesen wäre. „Nun kommt es darauf an, dass man auch mal schaut, wie die Menschen darauf reagieren, bevor man das Schräubchen immer weiter dreht“, so Wüst weiter. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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