Impfkampagne

Corona-Impfung in NRW: Jetzt wird Gruppe 2 geimpft – wer wann an der Reihe ist

Langsam kommt Schwung in die Impfkampagne in NRW: Die ersten Personen aus der Prio-Gruppe 2 können sich gegen Corona impfen lassen. Doch nicht jeder aus dieser großen Gruppe ist sofort dran.

Dortmund/NRW – Über 3,5 Millionen Menschen haben in ganz Deutschland bislang ihre erste Corona-Impfung erhalten. Allein in NRW wurden seit Dezember 2020 mehr als eine Million Impfdosen verabreicht. Bislang wurden Personen über 80 Jahre, Pflegekräfte und Klinikpersonal auf Intensivstationen und in Notaufnahmen geimpft. Wie RUHR24.de* berichtet, dürfen sich nun auch die ersten Personen der zweite Priorisierungsgruppe impfen lassen.

VirusCoronavirus/Sars-Cov-2 \t
Impfstoffe vonAstraZeneca, Biontech/Pfizer, Moder u.a.
vollständig geimpfte Personen in Deutschland1.854.928 (23. Februar)

Corona-Impfung in NRW: Erste Personen aus Impfgruppe 2 an der Reihe

Noch ist die Impfung des Klinikpersonals, welches einem „sehr hohen Risiko“ ausgesetzt ist, und damit zur Prio-Gruppe eins gehört, nicht vollständig abgeschlossen. Dennoch soll nun nahtlos an die Impfung dieser Personengruppe angeknüpft werden. Sobald die Impfung der Gruppe 1 abgeschlossen ist, können ab dem 22. Februar ebenfalls diejenigen mit regelmäßigem Patientenkontakt der Gruppe 2 (§ 3 (1) 5. der Coronaimpfverordnung) geimpft werden.

In NRW, in dem Bundesland, wo Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sich für Öffnungsschritte im Zuge des Corona-Gipfels stark macht, dürfen sich laut Gesundheitsministeriums seit dieser Woche als erste Personengruppe aus der Prio-Gruppe 2 Ärzte und Krankenhauspersonal mit regelmäßigem Patientenkontakt impfen lassen. Auch Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren gehören laut Impfverordnung der Bundesregierung dazu (mehr News zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker* auf RUHR24.de).

Lehrer und Erzieher, die erst kürzlich aus der Prio-Gruppe 3 in die zweite Priorisierungsgrupppe aufgerückt sind, müssen sich noch eine Weile gedulden. Sie sollen ab März ihre Impfung erhalten können. Dennoch gab es um das Vorziehen der Lehrer und Erzieher bereits Streit – vor allem Polizisten befürchten durch die Änderung der Impfreihenfolge nun erst später gegen Corona geimpft* zu werden.

Abgesehen davon, dass nun zuerst Ärzte und weiteres Klinikpersonal geimpft wird, steht die konkrete Impfreihenfolge innerhalb der Prio-Gruppe 2 bislang nicht fest. In Dortmund befürchtet man deshalb schon jetzt, dass es zu einem Impf-Chaos kommen könnte* – sie fordern einen konkreten Fahrplan.

Corona-Impfung in NRW: Wer zur zweiten Gruppe gehört

Zu der Gruppe 2 gehören neben dem weiteren Klinikpersonal, den Lehrern an Grund-, Sonder- oder Förderschulen und Erziehern:

  • Personen über 70 Jahre,
  • viele chronisch Kranke,
  • Kontaktpersonen von Schwangeren,
  • Mitarbeiter und Bewohner von Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen,
  • Polizisten, die einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, weil sie beispielsweise auf Demonstrationen im Einsatz sind.

Alle weiteren Polizisten werden im Anschluss in der Prio-Gruppe 3 geimpft. Verimpft wird nun der Impfstoff des Herstellers Astrazeneca.

Wie lange es dauert, bis alle Personen der Gruppe 2 ihre erste Impfdosis erhalten haben, ist aktuell nicht abzusehen. Der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) liegen keine Angaben über die Anzahl der Impfberechtigten in NRW vor. Für die Koordinierung und Vergaben der Impftermine sind seit Anfang Februar jeweils die Kommunen zuständig. Mit einer Impfquote von 4,2 Prozent bei den Erstimpfungen liegt NRW laut Deutscher Presseagentur (dpa) im bundesweiten Durchschnitt (mehr News zum Coronavirus in NRW* auf RUHR24.de).

Corona-Impfung in NRW: Kapazitäten werden ausgebaut

Damit es mit den Impfungen zügiger vorangeht, will NRW die Impfkapazitäten laut Gesundheitsministerium weiter ausbauen. Möglich machen sollen das auch höhere Liefermengen der Impfstoffe. Ab März sollen 85.000 Corona-Impfungen täglich verabreicht werden können. Das sind rund 15.000 Impfungen pro Tag mehr, als aktuell möglich sind.

Im Vergleich: Laut ntv will Bayern die täglich verabreichten Impfungen auf 111.000 steigern, Baden-Württemberg auf 60.000 Impfungen. Doch obwohl es nun schneller vorangehen soll, mahnte die KVNO an, dass jedes weitere Vorziehen bestimmter Impfgruppe wie im Falle der Lehrer und Erzieher den gesamten Impfprozess in die Länge ziehen könnte. Und auch niedergelassene Ärzte müssten nun zügig geimpft werden – vor allem dann, wenn auch in den Arztpraxen in Kürze gegen Corona geimpft werden soll.

Von anderer Seite ist allerdings auch immer wieder der Ruf nach einer weiteren Änderung der Impfreihenfolge zu hören. Grund dafür ist, dass viele Dosen des Impfstoffs Astrazeneca liegen geblieben sind.

Laut Handelsblatt sprach sich der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) für eine pragmatische Lösung für übrig gebliebenen Impfstoff aus. Es sollte schnell festgelegt werden, wer an die Reihe kommt, wenn Dosen übrig blieben – auch Personen aus nachfolgenden Priorisierungsgruppen sollte dabei berücksichtigt werden. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks. 

Hinweis der Redaktion: Um den weiteren Ablauf in der Impfreihenfolgen zu verdeutlichen, haben wir folgenden Absatz am Anfang des Artikels ergänzt: Sobald die Impfung der Gruppe 1 abgeschlossen ist, können ab dem 22. Februar ebenfalls diejenigen mit regelmäßigem Patientenkontakt der Gruppe 2 (§ 3 (1) 5. der Coronaimpfverordnung) geimpft werden.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare