NRW-CDU rechnet nicht mehr mit schwarz-gelber Mehrheit

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CDU-Spitzenmann Karl-Josef Laumann

HAMM - Die nordrhein-westfälische CDU rechnet mit Blick auf die Landtagswahl nicht mehr mit einem schwarz-gelben Wahlsieg. Eine CDU-Beteiligung sei nur in einem Bündnis mit SPD oder Grünen denkbar, sagte der CDU-Fraktionschef im aufgelösten Landtag, Karl-Josef Laumann, am Montag im Interview mit unserer Zeitung.

Angesichts der FDP-Schwäche könne er sich eine absolute Mehrheit von Union und Liberalen, wie es sie derzeit noch auf Bundesebene gibt, „nicht vorstellen“, so Laumann. Selbst wenn den Freidemokraten noch der Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde gelänge, seien sie als Mehrheitsbeschaffer zu klein. Um einen Politikwechsel in NRW zu erreichen, müsse daher eine Mehrheit der bisherigen Regierungsparteien verhindert werden. In der Union sehe er dann Chancen sowohl für eine schwarz-grüne Regierung mit einem CDU-Ministerpräsidenten als auch für eine große Koalition: „Darauf setzen wir.“

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Röttgens Zukunft bleibt in der Schwebe - Interview mit Laumann

Klare Rückendeckung gab es gestern aus der Landes-CDU für ihren Spitzenkandidaten Röttgen, der sich seine Zukunft für die Zeit nach der Wahl auch gestern weiter offenhielt. Ob Röttgen auch in die Landespolitik wechsele, falls er nicht Ministerpräsident werde, sei allein seine Entscheidung, sagte Karl-Josef Laumann. Der Spitzenkandidat kenne seine Verantwortung und dürfe Erpressungsversuchen von außen nicht nachgeben. Selbst Parteifreunde hatten Röttgen unter Druck gesetzt, darunter nach Informationen aus Berlin auch Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel. Im CDU-Landesvorstand am Montagabend sorgte Röttgen dafür, dass es nicht zu einer Aussprache kam. „Alles weiter im Schwebezustand“, sagte ein ranghoher CDU-Funktionär. - dfb/kri

Quelle: wa.de

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