NRW-Bauminister Groschek: Land beteiligt sich weiter an Denkmalschutz

DÜSSELDORF - NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) ist Befürchtungen entgegengetreten, die rot-grüne Landesregierung wolle sich aus dem Denkmalschutz zurückziehen. Zuschusskürzungen stehen allerdings an.

Zwar würden die Landeszuschüsse für Bau- und Bodendenkmalpflege in diesem Jahr um zwei Millionen Euro auf rund 9,3 Millionen Euro gekürzt, sagte Groschek nach Angaben von Teilnehmern am Dienstag vor der SPD-Landtagsfraktion. Zugleich würden aber die Landesmittel für den städtebaulichen Denkmalschutz erhöht. Insgesamt stünden für Erhalt und Restaurierung der Bau- und Bodendenkmäler in NRW Landesmittel in Höhe von 43 Millionen Euro aus verschiedenen Fördertöpfen des Ministeriums sowie kofinanzierten Zuweisungen des Bundes bereit.

Groschek reagierte damit auf einen Proteststurm von Denkmalschützern und Archäologen gegen die Kürzungen bei der Denkmalpflege. Heimatvereine hatten berichtet, Rot-Grün erwäge für 2014 eine Kürzung um weitere sechs Millionen Euro und 2015 den kompletten Ausstieg aus der privaten und kirchlichen Denkmalförderung. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der unter Schutz gestellten Bau- und Bodendenkmäler in den vergangenen 20 Jahren von knapp 63 000 auf fast 87 000 gestiegen.

Für 2014 gebe es noch keinen Haushaltsentwurf, betonte Groschek in der Fraktion. In absehbarer Zeit werde er aber die Ausgestaltung von Darlehensprogrammen präsentieren. Mussten die vom Land gezahlten Zuschüsse bisher nicht zurückgezahlt werden, soll es nach Plänen des Ministeriums ab 2014 für private und kirchliche Baudenkmäler künftig nur noch zinsvergünstigte Darlehen geben. Für Bodendenkmäler, zu denen auch archäolgische Grabungsstätten gehören, sollen wie bisher Zuschüsse gezahlt werden, hatte das Bauministerium im März erklärt.

Heimatvereine kritisieren, dass die Landesregierung mit den Kürzungen ihren Verpflichtungen zum in der Verfassung festgeschriebenen Denkmalschutz nicht mehr nachkomme. Für "kleine" Denkmaleigentümer gebe es dann auch keine Anreize mehr, privat in den Erhalt eines Denkmals, etwa einer kleinen Kapelle, einer Scheune oder eines alten Hauses zu investieren, wenn das Geld nur geliehen sei. Denkmäler drohten zu verfallen. - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare