Bei Notfällen in alten Aufzügen kommt oft keine Hilfe

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DÜSSELDORF - Wenn ein alter Aufzug stecken bleibt, kommt bei vielen Anlagen in Nordrhein-Westfalen niemand zu Hilfe. Das hat ein landesweiter Test des NRW-Arbeitsschutzes ergeben.

Danach habe bei mehr als jedem zweiten älteren Aufzug niemand auf das Notfallsignal reagiert, wie das Arbeitsministerium in Düsseldorf am Dienstag berichtete. Bei zwölf Prozent der Anlagen mit einer Hupe oder Klingel sei das Signal gar nicht wahrnehmbar gewesen.

"Die Ergebnisse unserer Aktion zeigen, dass der Albtraum mancher Aufzugnutzer - im Ernstfall eingeschlossen zu sein, ohne dass jemand zur Hilfe kommt - gar nicht so abwegig ist", sagte Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) laut einer Mitteilung. Bei rund zwei Drittel der Aufzüge habe es weder einen Befreiungsplan noch eine Notfallübung gegeben. Mehr als ein Drittel der Hausbewohner hätten nicht gewusst, wen sie im Notfall benachrichtigen müssten.

Die modernen Aufzüge kamen bei der Untersuchung besser weg. Allerdings sei bei einem Zehntel der Aufzüge mit Fernnotrufsystem keine Sprechverbindung zustande gekommen. "In beiden Fällen müssten Eingeschlossene damit rechnen, im Notfall nicht befreit zu werden", hieß es aus dem Ministerium. Insgesamt überprüfte der Arbeitsschutz 583 Aufzüge in Wohn- und Geschäftshäusern, 125 alte und 458 moderne.

Die hohe Zahl der Mängel zeige, dass viele Betreiber ihren Pflichten nicht nachkämen, erklärte Schneider. Im Bundesrat will sich die Landesregierung daher dafür einsetzen, dass etwa die Intervalle der technischen Überprüfungen nicht ausgedehnt würden. - dpa

Quelle: wa.de

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