Tropische Temperaturen

In Nordrhein-Westfalen wird es noch heißer - Temperaturen bis zu 37 Grad

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Die Temperaturen steigen. In vielen Teilen Nordrhein-Westfalens erlebten die Menschen von Sonntag auf Montag eine der bislang wärmsten Nächte des Jahres. 

NRW - Die Temperaturen steigen weiter: bis zu 37 Grad werden in Nordrhein-Westfalen erwartet. Die ersten Schulen haben bereits reagiert - ab Dienstag gibt es Hitzefrei. Aber auch an Arbeitsplätzen kann es extrem heiß werden. Wie gehen die Menschen mit der Hitze um? Ein Überblick. 

  • Tropische Nächte in Großstädten - Temperaturen von mindestens 20 Grad in der ganzen Nacht.
  • Der Hitzerekord von 1947 könnte fallen. Damals wurden 37,9 Grad gemessen.
  • Hitzefrei für Schüler: Der Schulleiter entscheidet.
  • Tipps für die heißen Tage - weniger schwitzen im Büro

Wenn heiß noch heißer wird: Wie gehen eigentlich Stahlarbeiter an Hochöfen und Walzstraßen mit der angekündigten Hitzewelle um? "Wir sensibilisieren unsere Mitarbeitenden, dass sie viel trinken und sich nicht gefährden", sagt eine Sprecherin von Thyssenkrupp Steel, Deutschlands größtem Stahlhersteller, in Duisburg. Die Mitarbeiter erhielten Tipps, wie sie bei Bedarf ihre Arbeitsweise, Essensgewohnheiten und ihre sonstiges Verhalten den Temperaturen anpassen könnten.

In vielen Teilen Nordrhein-Westfalens erlebten die Menschen von Sonntag auf Montag eine der bislang wärmsten Nächte des Jahres. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes vom Montagmorgen gab es in Städten wie Köln oder Duisburg sogenannte tropische Nächte - also Temperaturen von mindestens 20 Grad in der ganzen Nacht. Tagsüber sollten die Temperaturen am Montag auf maximal 34 Grad steigen. Am Dienstag wird der voraussichtlich heißeste Tag der Woche für NRW mit bis zu 37 Grad erwartet.

Mineralwasser und Obst

Besonderes Augenmerk gilt bei solchen Temperaturen den sogenannten Heißbetrieben, also den Arbeitsbereichen, die nicht klimatisiert sind, und in denen auch unter normalen Umständen hohe Temperaturen normal sind. "Wir sorgen dafür, dass extra Mineralwasser und eventuell Obst zur Verfügung stehen." Bei Kreislaufproblemen oder Ähnlichem kümmerten sich Betriebsärzte um die Mitarbeiter.

Auch Straßenarbeitern werden die hohen Temperaturen und die sengende Sonne zu schaffen machen, etwa beim Landesbetrieb Straßenbau. "Wir haben spezielle Sonnencreme extra für Arbeiten im Freien", erklärt eine Sprecherin von Straßen.NRW in Gelsenkirchen. Neben der Arbeitskleidung mit Sonnenschutz gebe es mehrere Sorten Kappen und Hüte mit Nackenschutz, die die Mitarbeiter nutzen könnten. "Die sind jetzt nicht schick, aber sinnvoll." Außerdem gebe es Sonnenbrillen.

Meistereien beginnen zwei Stunden früher

Damit möglichst wenig zur heißesten Tageszeit gearbeitet werden muss, können die Mitarbeiter in den Meistereien während der heißen Tage zwei Stunden früher mit der Arbeit beginnen. Statt um 6.45 Uhr also bereits um 4.45 Uhr starten - und entsprechend eher Feierabend machen.

Hitzerekord von 1947 könnte fallen

Die aktuellen Temperaturen könnten laut Deutschem Wetterdienst den Hitzerekord brechen, den der Juni des Jahres 1947 bislang hält. Damals wurden in Köln-Stammheim und bei Bonn 37,9 Grad gemessen.

Freibad statt Schulleiter

Hitzefrei macht es möglich. Aber nur, wenn der Schulleiter das auch so sieht. Oberstufenschüler haben Pech gehabt. Schulleiter dürften an den kommenden heißen Tagen einige Gelegenheiten haben, sich bei den Schülern beliebt zu machen - oder auch unbeliebt: "Hitzefrei" heißt das Zauberwort.

Bei weniger als 25 Grad Raumtemperatur darf es kein Hitzefrei geben, so sieht es eine entsprechende Vorschrift vor. In den nächsten Tagen dürfte es vielerorts aber deutlich heißer werden. 

"Wird der Unterricht bei heißem Wetter durch hohe Temperaturen in den Schulräumen beeinträchtigt, entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter, ob Schülerinnen und Schülern Hitzefrei gegeben wird", heißt es in der entsprechenden Vorschrift. "Als Anhaltspunkt ist von einer Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius auszugehen." Doch Achtung: Bei weniger als 25 Grad Raumtemperatur darf es kein Hitzefrei geben. Wer schon die Oberstufe besucht, hat Pech gehabt: Für Schüler der Sekundarstufe II gibt es kein Hitzefrei.

Die ersten Schulen in Lüdenscheid und im Märkischen Kreis haben bereits reagiert: Sie geben ab Dienstag hitzefrei.

In Hamm sind die Besucherzahlen in den Freibädern bereits gestiegen. Am Sonntag kamen in jedes Freibad mehr als 3000 Besucher - Rekord in diesem Jahr. 

Waldbrandgefahr

Durch die hohen Temperaturen und die Trockenheit der letzten Tage liegt der Waldbrandgefahrenindex im Kreis Soest und im Hochsauerlandkreis bereits bei Stufe 3.  Der Waldbrandgefahrenindex beschreibt das meteorologische Potential für die Gefährdung durch Waldbrand und zeigt die Waldbrandgefahr in fünf Gefahrenstufen an. Aufgrund der zu erwartenden Hitze in den nächsten Tagen erhöht sich die Gefährdung des Waldbrandes laut Deutschem Wetterdienst auf Stufe 4.

Im letzten Jahr gab es eine deutlich erhöhte Anzahl von Waldbränden aufgrund der sehr langen Trockenheit bei gleichzeitig hohen Temperaturen.

Rückgang bei der Blutspendebeteiligung

Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) befürchtet einen starken Rückgang bei der Blutspendebeteiligung. In einer Mitteilung macht das DRK darauf aufmerksam, dass trotz der großen Hitze in diesen Tagen Blutspenden dringend gebraucht werden. 

„Aus der Vergangenheit wissen wir, dass bei derart hohen Temperaturen mit drastischen Einbrüchen von bis -25% zu rechnen ist“, berichtet Dr. Thomas Zeiler, ärztlicher Geschäftsführer des Blutspendedienstes und betont, dass viele schwerkranke Patienten weiterhin dringend auf Bluttransfusionen angewiesen sind.

Wer sich gesund fühlt, kann trotz der Hitze Blut spenden, heißt es in der Mitteilung des DRK. Wo die nächste Blutspendeaktion stattfindet, erfährt man bei der Hotline des DRK-Blutspendedienstes (0800 11 949 11) und unter www.blutspendedienst-west.de

Tipps für die heißen Tage

Kleidung, Essen und Schatten. Empfohlen werden bei hohen Temperaturen helle Farbtöne, diese reflektieren die Sonnenstrahlen besser als dunklere Stoffe. Lockere und weitere Kleidungsstücke sorgen dafür, dass die Luft besser zirkulieren kann.

Der Flüssigkeitsbedarf an heißen Sommertagen steigt. Deswegen ist es besonders wichtig, viel zu trinken. Erwachsene sollten mindestens 1,5 bis zwei Liter Flüssigkeit täglich zu sich nehmen, empfiehlt die Bundesärztekammer. Wer trotz der Hitze auf schwere Kost setzt, der tut seinem Körper keinen Gefallen, denn der Körper setzt die Energie dann für die Verdauung ein und kühlt nur sehr schwer ab. Leichte Kost, vor allem wasserreiche Obst- und Gemüsesorten, sind angesagt.

Wer sich gerne in die Sonne legt, sollte ausreichend Pausen einlegen und genügend Sonnencreme auftragen.

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Quelle: wa.de

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