17,9 Millionen Einwohner

Nordrhein-Westfalen: Alles über das bevölkerungsreichste deutsche Bundesland

Nordrhein-Westfalen, kurz NRW, ist das bevölkerungsreichste der 16 deutschen Bundesländer in Deutschland. Alles Wissenswerte über das Land vom Nordrhein bis Westfalen.

NRW - Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes der 16 Bundesländer zählt - Stand 2019 - rund 17,9 Millionen Einwohner. Bei einer Fläche von 34.092 Quadratkilometern entspricht das einer Dichte von 517 Einwohnern je Quadratkilometern. Mit seiner Größe ist NRW das viertgrößte der deutschen Bundesländer nach Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Gar nicht mal so klein also. Wäre NRW ein eigenständiger Staat, würde es mit seinen 17,9 Millionen Einwohnern schon zu den zehn größten Ländern der Europäischen Union gehören.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Gründung23. August 1946
Einwohner17,9 Millionen
Größe34.092 Quadratkilometer
MinisterpräsidentArmin Laschet (seit 2017)

Viele Bürger Nordrhein-Westfalens leben in Städten. Die größte Stadt des Bundeslandes ist Köln, dort leben (Stand 2019) rund 1,09 Millionen Menschen. Landeshauptstadt ist die Domstadt deshalb aber nicht - diesen Titel trägt der „Erzfeind“ am Rhein und zweitgrößte NRW-Stadt, Düsseldorf (rund 622.000 Einwohner) bereits seit der Gründung von Nordrhein-Westfalen 1946.

Insgesamt gibt es in NRW 29 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. 22 dieser größten Städte sind kreisfrei - das heißt, sie gehören keinem Landkreis an. Ein Sonderfall ist Aachen: Die Stadt zählt rund 249.000 Einwohner und bildet mit weiteren Kommunen die Städteregion Aachen, für die auch kein Landrat wie in den Kreisen, sondern ein Oberbürgermeister gewählt wird. Sieben Großstädte wiederum gehören zu einem der 31 Landkreise in den fünf Regierungsbezirken Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln und Münster.

Nordrhein-Westfalen: Die zehn größten Städte in NRW

  • Köln (1,09 Millionen Einwohner)
  • Düsseldorf (622.000 Einwohner)
  • Dortmund (588.000 Einwohner)
  • Essen (583.000 Einwohner)
  • Duisburg (499.000 Einwohner)
  • Bochum (366.000 Einwohner)
  • Wuppertal (355.000 Einwohner)
  • Bielefeld (334.000 Einwohner)
  • Bonn (330.000 Einwohner)
  • Münster (315.000 Einwohner)

Nordrhein-Westfalen gilt als eines der am stärksten vom Strukturwandel geprägten Bundesländer. Jahrzehntelang waren NRWs Städte, vor allem im Ruhrgebiet, geprägt von Industrie und Kohle. Der Wandel, bedingt durch die Abwanderung etwa von Textil- oder Metallindustrie in Billiglohnländer, aber auch durch die Energiewende, hat dem Land zu schaffen gemacht und bis heute sichtbare Spuren hinterlassen. Hohe Arbeitslosigkeit, heruntergekommene Brachen waren die deutlichsten Anzeichen im Ruhrgebiet.

NRW: Starke Schulter für die Wirtschaft

Doch auch heute noch ist Nordrhein-Westfalen wirtschaftlich die starke Schulter Deutschlands. Rund 21,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes wurden 2017 in NRW erwirtschaftet - das ist der Spitzenplatz aller 16 Bundesländer. Nordrhein-Westfalen rühmt sich, bedeutendste Energieregion Europas zu sein, außerdem führender Messestandort und Chemiestandort Nr. 1 in Deutschland. Auch in der Medien- und Kommunikationsbranche ist NRW bundesweit führend.

2017 wurden in NRW 691,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Jeder vierte deutsche Weltmarktführer hat seinen Sitz in Nordrhein-Westfalen. In einer internationalen Rangfolge würde Nordrhein-Westfalen vor anderen EU-Ländern wie Schweden, Polen und Belgien liegen.

NRW: Industrie und Weltkulturerbe

Viele ehemalige Industrieanlagen im Ruhrgebiet gehören heute zum „Kulturrevier“, dort werden in der historischen Kulisse etwa ehemaliger Hochöfen und Fördertürme Veranstaltungen durchgeführt - zum Beispiel im Gasometer Oberhausen. Andere ehemalige Industriebauten sind inzwischen selbst zu bedeutsamen Sehenswürdigkeiten geworden. Die Zeche Zollverein zählt sogar zum Weltkulturerbe der Unesco.

Nordrhein-Westfalen hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. Vier weitere Weltkulturerbestätten sind darunter: der Aachener Dom, der Kölner Dom, die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl und Schloss Corvey in Höxter. Von Ostwestfalen bis ins Sauerland, vom Niederrhein bis in die Eifel verfügt Nordrhein-Westfalen über eine Vielzahl an landschaftlichen Attraktionen.

Sehenswürdigkeiten in NRW: Zoos, Parks, Schlösser

Viele NRW-Städte verfügen über bekannte Zoos oder Tierparks. Einen Besuch wert ist die „Zoom“ Erlebniswelt in Gelsenkirchen, der Kölner Zoo, die zoologischen Gärten in Duisburg, Wuppertal, der Allwetterzoo in Münster oder der Safaripark Stukenbrock. Wanderer kommen am berühmten Drachenfels bei Bonn, an den Externsteinen im Teutoburger Wald, am Hermannsdenkmal in Porta Westfalica, auf dem Rothaarsteig im Sauerland, im Nationalpark Eifel oder im Siebengebirge auf ihre Kosten.

Wer Parklandschaften liebt, kommt um den Grugapark in Essen nicht herum, sollte sich aber auch die Flora in Köln nicht entgehen lassen und unbedingt einen Abstecher in die Gärten der Weltkulturerbe-Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl unternehmen. Überhaupt verfügt Nordrhein-Westfalen über eine Vielzahl an Schlössern und hochherschaflichen Bauten, die nicht nur für Architekturfans ein absolutes Muss sind. Dazu gehören natürlich auch Kirchen und Sakralbauten wie der Aachener und der Kölner Dom, die Lambertikirche in Münster, Kloster Dalheim in Ostwestfalen.

Unbedingt ansehen: Zehn Sehenswürdigkeiten in NRW

  • Villa Hügel, Essen
  • Schloss Drachenburg, Königswinter
  • Zeche Zollverein, Essen
  • Römisch-Germanisches Museum, Köln
  • Externsteine, Teutoburger Wald
  • Haus der Geschichte, Bonn
  • „Zoom“ Erlebniswelt, Gelsenkirchen
  • „Phantasialand“, Brühl bei Köln
  • Archäologischer Park Xanten
  • Neandertal, bei Erkrath und Mettmann

So vielseitig Nordrhein-Westfalen im Hinblick auf seine Freizeitmöglichkeiten ist, so breit aufgestellt ist das bevölkerungsreichste Bundesland, was den Fußball angeht. In der Saison 2020/21 sind gleich sechs NRW-Vereine in der ersten Fußball-Bundesliga vertreten: Borussia Dortmund, Schalke 04, 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen und Arminia Bielefeld. So viele Top-Klubs hat kein anderes Bundesland. In NRW, nämlich in Dortmund, ist auch das Deutsche Fußballmuseum zuhause. Überhaupt ist NRW ein sportliches Land: Mehr als fünf Millionen Menschen sind in den rund 18.100 Sportvereinen aktiv.

Die Landeshauptstadt Düsseldorf ist Regierungssitz der NRW-Landesregierung. Ministerpräsident von NRW ist seit dem 27. Juni 2017 Armin Laschet (CDU). Zum Kabinett gehören zwölf Ministerinnen Minister, außerdem der Parlamentarische Staatssekretär. In der aktuellen 17. Legislaturperiode gehören dem NRW-Landtag 199 Abgeordnete an. Mit CDU, SPD, Grünen, FDP und AfD sind fünf Parteien im nordrhein-westfälischen Landtag vertreten.

NRW: „Hochzeit“ zweier preußischer Provinzen

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen entstand mit der Auflösung der Provinzen des ehemaligen Landes Preußen, die die britische Militärregierung nach Ende des Zweiten Weltkrieges beschloss und umsetzte. So kam es am 23. August 1946 zur Gründung. Die Briten gaben dem Vorhaben den Codenamen „Operation Marriage“ („Unternehmen Hochzeit“, Anm. d. Red.), weil hier die ehemals preußische Rheinprovinz mit der preußischen Provinz Westfalen „verheiratet“ wurde. Ein gutes halbes Jahr nach der Vereinigung wurde auch die Provinz Lippe dem Land Nordrhein-Westfalen zugeordnet.

Hintergrund der Zusammenführung war die große strategische Bedeutung des Ruhrgebiets, die der Kohle zu verdanken war. In Großbritannien wuchs die Sorge vor einer kommunistischen Unterwanderung des Ruhrgebietes, immerhin damals größte Industrieregion Europas und ehemalige Waffenschmiede des Nazi-Reichs.

Nordrhein-Westfalen: Gründung aus Sorge vor dem Einfluss der Sowjetunion

Die Hinzunahme der ländlich geprägten Regionen Niederrhein, Eifel, Ostwestfalen und später auch Lippe folgten dem Gedanken, durch die konservativ-katholische Prägung der Bevölkerung in diesen Landesteilen sozialistisch-kommunistische Strömungen einzudämmen. Die Briten hatten als erste der westlichen Besatzungsmächte eine massive Gefahr durch die Sowjetunion ausgemacht.

Erster Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen war Dr. Rudolf Amelunxen, der zuvor als Oberpräsident von Westfalen amtiert hatte. Er übergab das Amt 1947 an den ersten frei gewählten Ministerpräsidenten NRWs, Karl Arnold. Am 18. Mai 1950 trat, per Volksentscheid, die Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen in Kraft.

NRW: Johannes Rau war 20 Jahre lang Ministerpräsident

Bereits in den 1960er Jahren begann der Strukturwandel vom Kohle- zum Wissenschaftsland NRW. Dafür steht die Gründung der Ruhruniversität Bochum als erste Campus-Universität in der damaligen Bundesrepublik. Weitere Hochschulen folgten. Dieser Wandel wurde ab 1970 von Johannes Rau (SPD) geprägt, der 1978 zum sechsten Ministerpräsidenten des Landes gewählt wurde - und es 20 Jahre lang blieb. Nach seinem Rücktritt wurde Rau 1999 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Rau prägte den Titel „Landesvater“ für die Bürger in NRW wie kein zweiter.

39 Jahre lang, seit 1966, war das Land durchgängig SPD-regiert. Das änderte sich 2005 mit der Wahl von Dr. Jürgen Rüttgers. Er blieb für eine Legislaturperiode Ministerpräsident, dann wurde er von der ersten Frau im Amt, Hannelore Kraft (SPD) abgelöst. Kraft wiederum übergab die Führung der Landesregierung 2017 an den zwölften Ministerpräsidenten, Armin Laschet (CDU).

Nordrhein-Westfalen: Rhein, Ross und Rose

Das Landeswappen von Nordrhein-Westfalen zeigt drei Elemente in den Farben Grün, Weiß und Rot. Das Hoheitszeichen des Landes zeigt die drei territorialen Teile des Landes: links, auf grünem Feld, ein silberner Wellenbalken als Sinnbild des Rheinstroms. Der silberne Rhein war Wappen des preußischen Rheinlandes. Auf der rechten Hälfte prangt im roten Feld ein springendes, silbernes Pferd. Das steigende Westfalenross wurde vom Herzogtum Westfalen geführt. Unten liegt in einer eingebogenen silbernen Spitze eine fünfblättrige rote Rose mit goldenem Butzen und goldenen Kelchblättern. Die Lippische Rose ist historisch der älteste Bestandteil des Landeswappens; es wurde seit 1218 geführt.

Die Verbindung der Landesteile wird übrigens in den Farben der Landesflagge deutlich. Sie besteht aus einer grün-weiß-roten Trikolore, was auf die Farben der beiden preußischen Provinzen Westfalen (weiß-rot) und Rheinland (grün-weiß) zurückgeht. Die Gestaltung der nordrhein-westfälischen Landesflagge wurde 1953 gesetzlich festgelegt. Sie darf auch privat genutzt werden, wohingegen die Landedienstflagge, die neben den Farben auch das Wappen zeigt, nur von Dienststellen des Landes genutzt werden darf.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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