Nordrhein-Westfalen bibbert - Jetzt kommt der Schnee

[UPDATE 16 Uhr] NRW - Pudelmützen und Schneeschuhe ausgepackt: Es wird noch frostiger! Winterfreunde können sich zum Wochenende über Schnee freuen. Aber dann herrscht Rutschgefahr - und die Temperaturen plumpsen weiter.

Seen frieren zu, Menschen frösteln in den dicksten Winterjacken und die Affen im Zoo schlürfen vorbeugend Hustensaft: Nordrhein-Westfalen bibbert schon kräftig, aber die klirrende Kälte zieht so schnell nicht weiter. Kurzzeitig verwandeln pulverige Schneeflocken NRW in eine weiße Winterlandschaft. Dann aber gilt es, sich noch wärmer einzupacken. Denn nach strahlendem Sonnenschein fallen die Temperaturen in der Nacht zum Sonntag im Bergland auf knackig-kalte minus 20 Grad. Und Väterchen Frost verlängert seinen Besuch bis mindestens zum Ende kommender Woche.

Wenn in Kürze auch noch Schnee und Glätte hinzukommen, wird auch die Deutsche Bahn ihre Winterfestigkeit unter Beweis stellen müssen. Bis auf ein paar Weichenstörungen und Zugausfälle gab es einem Sprecher zufolge bislang keine Probleme: "Im Großen und Ganzen läuft der Betrieb flüssig." Im Vergleich zum letzten Winter sei die Bahn aber auch besser vorbereitet. "Wir haben zum Beispiel Weichenheizungen aufgerüstet", sagte der Sprecher in Düsseldorf. Die Bereitschaften der Schneeräumer seien schon erhöht worden. Die Züge würden nachts beheizt, damit Bauteile nicht einfrieren.

Die gute Nachricht für Winterfreunde: Der Schnee vom Freitag bleibt im Flachland bis zu drei, im Bergland bis zu zehn Zentimeter hoch liegen. Zuerst kommt er im Münsterland und nördlichen Weserbergland runter. Später schneit es auch im Süden des Landes. Skifahrer am Kahlen Asten müssen sich besonders warm anziehen: Am zweithöchsten Punkt Nordrhein-Westfalens zeigte das Thermometer schon in der Nacht zum Donnerstag minus 17 Grad an. "Die ganze Ecke ist jetzt schon lausig kalt", so der DWD-Meteorologe.

Von Schneematsch kann bei Minusgraden im zweistelligen Bereich keine Rede sein. "In der Nacht zum Samstag klart es auch schon wieder auf, und dann wird es nochmal kälter", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Donnerstag in Essen.

Dünne Eisschichten überziehen schon jetzt einige Seen im Land, wie den Aasee in Münster. Dort wird - wie auf dem Hammerteich in Witten - das Eislaufen aber auch bei noch mehr Frost in den nächsten Tagen nicht erlaubt sein. "Die Stadt gibt den See grundsätzlich nicht frei", sagte ein Mitarbeiter der Stadt. In Witten musste die Eisdecke in den vergangenen Jahren mindestens zehn Zentimeter dick sein, damit Eisläufer ihre Schlittschuhe auspacken konnten.

Auf den Kanälen in NRW haben Schiffe trotz frostiger Temperaturen bisher freie Fahrt. "So weit sind wir noch nicht", sagte eine Sprecherin der Wasser- und Schifffahrtsdirektion West in Münster. Nur dort, wo der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal abzweigt, gebe es wegen älterer Schleusen leichte Behinderungen. "Bei der absehbaren Eisentwicklung in den nächsten Tagen könnte es auf den Kanälen zu Problemen kommen", sagte die Sprecherin.

Viele Zoos im Land drehen momentan extra die Heizung in ihren Tierhäusern hoch. Weil ihnen sonst Füße und Ohren einfrieren, dürfen gerade Elefanten und Nashörner immer nur ganz kurz ins Freie. Und sogar Pinguine bibbern bei dem Frost: "Wir halten hier tropische Humboldtpinguine, die haben es lieber etwas wärmer", erklärte eine Zoosprecherin in Krefeld. Deshalb habe der Zoo ihre Schlafhöhlen mit Heu ausgepolstert.

Sozialminister fordert Hilfe für Obdachlose

Wegen der klirrenden Kälte hat Nordrhein-Westfalens Sozialminister Guntram Schneider (SPD) mehr Hilfe für Obdachlose eingefordert. An die Städte im Land appellierte er, schützende Räume wie etwa U-Bahn-Schächte zu öffnen. Obdachlose sollten sich aber zum Beispiel auch in Einkaufszentren aufhalten dürfen, forderte Schneider am Donnerstag in Düsseldorf. "Auch wenn Vorschriften dagegensprechen sollten, brauchen wir unkonventionelle Lösungen." Bürger und Einzelhändler sollten sich tolerant und verständnisvoll zeigen. Wie viele Obdachlose es in NRW gibt, erhebt das Sozialministerium derzeit in einer Studie. Bekannt sind dem Ministerium bisher rund 11.000 Obdachlose. - lnw

Quelle: wa.de

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