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„Night of Light“ in NRW: Darum erstrahlen am Dienstag viele Gebäude in Rot

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Von: Benjamin Stroka

Theater Dortmund erstrahlt in Rot mit dem Hashtag Alarmstufe Rot.
Schon 2020, hier in Dortmund, machte die Kulturbranche auf die Missstände durch die Corona-Pandemie aufmerksam. © Olaf Döring/Imago

Am Dienstag findet zum zweiten Mal die groß angelegte Protestaktion „Night of Light“ in Deutschland statt. Doch warum werden heute viele Gebäude in Rot angestrahlt?

NRW – Der Rheinturm in Düsseldorf*, die Lanxess-Arena in Köln* oder die Westfalenhalle in Dortmund* – am Dienstag erstrahlen viele Gebäude und Bauwerke in NRW* komplett in Rot. Hintergrund ist die deutschland- und europaweite Aktion „Night of Light“, die einen sehr ernsten Anlass hat.

„Night of Light“: Veranstaltungsbranche fordert Öffnungsperspektive in Corona-Pandemie

Hinter der Aktion steht die Kultur- und Veranstaltungsbranche, die in der Corona-Pandemie* sehr schwer getroffen wurde und trotz NRW-weiter Lockerungen der Corona-Regeln weiterhin um eine konkrete Öffnungsperspektive kämpft. Die Branche ist laut den Organisatoren der Aktion, dem Verein „#AlarmstufeRot“, der sechstgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands, beschäftigt über eine Million Menschen und sorgt für über 130 Milliarden Euro Umsatz.

Doch seit März 2020 herrscht ein Veranstaltungsverbot und Einnahmen bleiben aus. Mit dem Hashtag „#AlleLichtMachen“ und vielen rot angestrahlten Gebäuden in Deutschland und anderen Teilen von Europa will die Branche am Dienstag ihrem Protest Farbe verleihen.

„Night of Light“ 2021 in NRW: Diese Gebäude leuchten am Dienstag rot

„Die Lage ist absurd. Die Regierung hat die Veranstaltungswirtschaft zum Wohle der Bevölkerung ins künstliche Koma versetzt. Der Arzt ist überfordert. Unklar ist, wie lange der Patient im Koma bleiben muss. Sicher ist nur: Im September wechselt der behandelnde Chefarzt. Und die künstliche Ernährung wird beendet“, kritisiert Jan Kalbfleisch von der Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft. Der Hintergrund: Die versprochenen Corona-Hilfen im sogenannten Überbrückungsprogramm III für die Branche laufen nur noch bis zur Bundestagswahl im September 2021. Eine neue, beschlussfähige Regierung, die weitere Finanzhilfen beschließen könne, werde es bis Januar 2022 nicht geben, kritisiert der Verein.

„Night of Light“ in NRW: Eventbranche fordert Öffnungsperspektive

Am Dienstag, 22. Juni, startet daher die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft. Dort will die Branche ihre Forderungen durchsetzen. Unterstützt wird das Unternehmen deutschland- und europaweit von vielen Kultur- und Veranstaltungsfirmen, aber auch von Privatpersonen. Zur Aktion „Night of Light“ werden am Dienstag viele Gebäude in Rot angestrahlt, um auf die dramatische Situation der Branche sichtbar aufmerksam zu machen. Denn der Branche fehlt die Perspektive. Wann Großveranstaltungen wieder stattfinden können, ist vollkommen unklar. Viele Messen, Konzerte oder andere Events haben einen Vorlauf von bis zu 12 Monaten und werden außerdem erst nach der Veranstaltung abgerechnet.

„Die Branche braucht für den Tag X einen verlässlichen Wiedereröffnungsplan, wie Großveranstaltungen sicher planbar sind. Die Regierung muss einem klaren Stufenplan zustimmen. Der lang angekündigte Ausfallfonds für die 88 Prozent wirtschaftsbezogenen Veranstaltungen fehlt weiterhin“, kritisieren die Organisatoren. Außerdem sei der Branche Fachpersonal abhandengekommen, das während der Pandemie in andere Bereiche gewechselt ist. Gleichzeitig kritisiert der Verein, dass Politiker durch die Warnungen vor Infektionen auf Veranstaltungen Vertrauen zerstört hätten, „auch wenn das wissenschaftlich nicht stimmt“.

Die erste Protestaktion „Night of Light“ fand bereits 2020 statt. Damals nahmen über 8000 Unternehmen aus der Kultur- und Veranstaltungsbranche daran teil. Über 9000 Bauwerke in Deutschland wurden in Rot beleuchtet. (bs) 24RHEIN* ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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