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Offizieller Wassermangel in den Niederlanden - auch in NRW Aufruf zum Sparen

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Von: Hannah Decke

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In den Niederlanden ist der Wassermangel zur Realität geworden. Ein Notfallplan in Kraft getreten. Und in NRW? Umweltminister Oliver Krischer bittet um sparsame Nutzung.

Den Haag - Im Nachbarland von Nordrhein-Westfalen herrscht jetzt offiziell Wasserknappheit. Ein Verteilungsplan ist in Kraft getreten. „Die Niederlande sind ein Land des Wassers, aber auch hier ist Wasser kostbar“, erklärte Infrastruktur- und Wasserminister Mark Harbers am Mittwoch (3. August).

LandNiederlande
HauptstadtAmsterdam
Einwohner17.591.394

Wassermangel in den Niederlanden: Bürger sollen „genau überlegen, ob sie ihr Auto waschen“

Der Minister versicherte, dass es ausreichend Trinkwasser gebe. Er rief aber Bürger auf, sparsam mit Wasser umzugehen. „Jeder kann etwas beitragen. Daher bitte ich alle Niederländer, gut darüber nachzudenken, ob sie ihr Auto waschen oder das Planschbecken vollständig füllen müssen.“

Boote liegen in einem Hafen im Schlamm. Nach anhaltender Trockenheit herrscht in den Niederlanden nun offiziell Wassermangel - die Regierung hat einen Notfallplan in Gang gesetzt.
Boote liegen in einem Hafen in den Niederlanden im Schlamm. © Jeroen Jumelet/dpa/ANP

Künftig werde ein zentrales Krisenteam die Wasservorräte verteilen. Bei der Verteilung des Süßwassers hat die Sicherheit der Deiche höchste Priorität. Sie drohen durch Trockenheit instabil zu werden. Knapp 60 Prozent der Niederlande wird von Deichen, Dämmen und Dünen geschützt. Etwa 30 Prozent des Landes liegt unter dem Meeresspiegel und wird durch Deiche und ein ausgeklügeltes System von Pumpen, Kanälen und Mühlen trocken gehalten.

Auch der Naturschutz hat Vorrang. So sollen etwa irreversible Schäden an Natur und Mooren verhindern werden. Danach ist die Aufrechterhaltung der Trinkwasser- und Energieversorgung an der Reihe. Industrie, Landwirtschaft und Schifffahrt folgen später.

Niederlande rufen offizielle Wasserknappheit aus - Spritzverbot für Landwirte

Erste Maßnahmen aufgrund der Wasserknappheit haben die Niederlande bereits ergriffen. Laut der niederländischen Zeit und De Telegraaf gilt in Teilen des Landes ein Spritzverbot für die Landwirtschaft. Auf Teilen der Gelderse IJssel dürfen sich Schiffe nicht überholen.

Grund des Wassermangels sind die geringen Regenfälle, eine hohe Verdunstung und geringerer Zustrom von Süßwasser über die Flüsse aus dem Ausland.

Wassermangel in den Niederlanden: Aufruf zum Sparen auch in NRW

Auch in Deutschland wurde bereits vor einer Wasserknappheit gewarnt. Der Städte- und Gemeindebund zeigt sich aufgrund der aktuellen Entwicklung besorgt - vor allem mit Blick auf den steigenden Wasserbedarf in Industrie, Landwirtschaft und Privathaushalten.

NRW-Umweltminister Oliver Krischer (Grüne) sieht die Wasserversorgung in Nordrhein-Westfalen nicht akut gefährdet. Das liege an den hohen Niederschlägen im Winter und den daher gut gefüllten Talsperren, sagte Krischer der Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung. Dennoch gebe es wie an der Ems an einzelnen Orten Einschränkungen. „Da keiner weiß, wie lange Hitze und Trockenheit noch andauern, bitten wir die Menschen, mit Wasser genauso sparsam wie mit Energie umzugehen“, sagte Krischer. (mit dpa-Material)

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