Die "New York Times" bringt Altena groß raus - es geht um Hass, Gewalt und Facebook

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Auch der Messerangriff auf Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein spielt in dem Bericht eine Rolle.

Altena - Die Kleinstadt Altena ist in Amerika groß rausgekommen – in einem Artikel der „New York Times". Das Thema: Hass und Gewalt. 

Die US-amerikanische Zeitung hat eine Auflage von mehr als einer halben Million Exemplaren pro Tag und gehört auch zu den am meisten genutzten Online-Zeitungen der Vereinigten Staaten. Für das renommierte Blatt aus dem Big Apple haben die freien Journalisten Amanda Taub und Max Fisher „little Altena“, wie sie schreiben, besucht und mit mehreren Menschen aus der Stadt an der Lenne gesprochen. 

Thema ihres Artikels ist eine Studie von Forschern der englischen Universität Warwick zu den Auswirkungen der Facebook-Nutzung. Demnach können Soziale Medien wie Facebook Stimmungen in der Gesellschaft massiv verändern, was letzten Endes auch zu Gewalt führen kann. 

Facebook macht anfälliger für rassistische Gewalt

„Die Plattform macht Gemeinden anfälliger für rassistische Gewalt“, schreiben Amanda Taub und Max Fisher – und ziehen ausgerechnet Altena als Beispiel heran. 

Fremdenfeindliche Gewalt in Altena

Die beiden Journalisten beschäftigen sich zum Beispiel intensiv mit der Geschichte, dem Umfeld und der Tat des ehemaligen Feuerwehrmannes Dirk D. aus Altena, der zusammen mit einem zweiten Täter in einem Haus Feuer gelegt hatte, das von Flüchtlingen bewohnt war. Ein Bild des Hauses wird im Artikel gezeigt. Auch der Messerangriff auf Altenas Bürgermeister Andreas Hollstein wird kurz gestreift. 

Ausgerechnet "Little Altena" wird zum Beispiel

Das Duo Taub und Fisher hatte Altena – verstärkt durch einen Deutsch sprechenden Begleiter und die Fotografin Ksenia Kuleshova – im Juni besucht und vor Ort mit Personen gesprochen, die täglich mit Flüchtlingen zu tun haben. Eine davon ist Anette Wesemann, die Koordinatorin der Stadtverwaltung in Sachen Flüchtlingsbetreuung. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Lisa Gudra von der Altenaer Begegnungsstätte Freiheit 26 berichtete sie den Journalisten von ihrer täglichen Arbeit. 

Ursprünglich sei Bürgermeister Hollstein für das Gespräch angefragt worden, sagt Anette Wesemann. Er sei aber noch im Urlaub gewesen. Deshalb sprangen die beiden Frauen ein. 

Sie vermittelten den Reportern auch Kontakt zu Fatima Kousa, die aus Syrien stammt und mit ihrem kleinen Sohn in Altena lebt. Die Syrerin wird im „New-York-Times“-Artikel nicht zitiert, die Journalisten zeigen jedoch Bilder von ihr. 

Wesemann fühlt sich nicht korrekt zitiert

Anette Wesemann kommt im Bericht der amerikanischen Autoren hingegen mehrfach zu Wort – sie fühlt sich allerdings „unkorrekt zitiert“ und „missverstanden.“ Zum Beispiel werde im Artikel eine angeblich von Wesemann ins Leben gerufene Facebook-Seite zur Koordination freiwilliger Flüchtlingshelfer erwähnt. So eine Seite habe sie aber nie betrieben, betont die Verwaltungsmitarbeiterin. 

Anette Wesemann

Die Unterhaltung mit den Journalisten habe etwa eine Stunde gedauert und eigentlich in guter Atmosphäre stattgefunden, erinnert sie sich. Beherrschendes Thema sei dabei durchaus Facebook gewesen. „Unser Thema waren Hassposts, die allgemein zu beobachtende Verrohrung der Gesellschaft und eben Facebook“, sagt Anette Wesemann. 

Altena nicht zum ersten Mal in der "New York Times"

Sie selbst nutze dieses Medium allerdings nicht, „deshalb konnte ich da wenig Stellung zu nehmen.“ Der Artikel in der „New York Times“ ist nicht der erste Bericht über Altena in der internationalen Presse. Schon als die Burgstadt im Sommer 2015 anbot, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, als die Quote vorsah, rückte sie in den Fokus überregionaler und auch internationaler Medien. 

Journalisten geben sich seither in Altena die Klinke in die Hand, um die Integrationsarbeit insbesondere der vielen Ehrenamtler zu dokumentieren. Das führte dazu, dass auch exzessiv über negative Begleiterscheinungen berichtet wurde und wird. Auch über den Messerangriff, bei dem Bürgermeister Hollstein leicht verletzt wurde, berichteten sowohl die „New York Times“ als auch die „Washington Post“ recht ausführlich.

Quelle: wa.de

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