Neugeborenes erstickt: Drei Jahre Haft für 22-Jährige

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BONN - Das Bonner Schwurgericht hat eine junge Mutter, die ihr Kind nach der Geburt erstickt hatte, zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Richter werteten die Tat der 22-Jährigen als Totschlag in einem minderschweren Fall.

Die Angeklagte aus Hennef (Rhein-Sieg-Kreis) hatte die Schwangerschaft nicht wahrhaben wollen, nachdem der mutmaßliche Kindsvater nichts von einer Vaterschaft wissen wollte.

Die junge Frau leugnete die Schwangerschaft monatelang gegenüber Freunden und Eltern. Dass sie einen Bauch bekam, erklärte sie damit, dass sie als angehender Kochlehrling mehr essen würde. Am 16. November 2012 brachte sie den Sohn zu Hause alleine zur Welt, während die Eltern nebenan schliefen. Mit einer Schere durchtrennte sie die Nabelschnur. Als das Kind weinte, erstickte sie es mit einem Kissen.

Den toten Säugling fanden die Ermittler im Zimmer der Frau - in Handtücher gewickelt in einer Mülltüte, nachdem die Mutter eine Stunde später wegen starker Blutungen mit einem Taxi in eine Klinik gefahren war und notoperiert werden musste. Dort erzählte sie zunächst, sie habe eine Hausgeburt gehabt, das Kind sei zu Hause mit der Hebamme. Doch eine misstrauische Ärztin schaltete die Polizei ein.

Das Gericht wollte eine tiefgreifende Bewusstseinsstörung bei der Tat nicht ausschließen. Die Richter nahmen eine eingeschränkte Schuldfähigkeit an. Sie gehen davon aus, dass die Angeklagte die Tötung des Kindes nicht geplant hatte. Die Angeklagte hatte im Prozess gesagt, dass sie bei der Geburt nichts gefühlt habe, nur eine große Leere. - dpa

Quelle: wa.de

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