Neuer Terrorismus-Prozess in Düsseldorf

DÜSSELDORF - Vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) beginnt an diesem Freitag ein neuer Terrorismus-Prozess. Angeklagt sind drei Deutsche im Alter zwischen 43 und 66 Jahren. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor.

Sie sollen in Deutschland eine Zelle der ruandischen Terrorgruppe "FDLR" gegründet haben.

Bei der FDLR handelt es sich der Anklage zufolge um eine paramilitärische Milizenorganisation, die sich die Entmachtung der Regierung im ostafrikanischen Ruanda zum Ziel gesetzt hat. Die Milizionäre operieren aus dem benachbarten Kongo heraus. Zur Sicherung ihrer dortigen Machtstellung sollen sie in den vergangenen Jahren Hunderte Zivilisten getötet, Frauen vergewaltigt und Kinder als Soldaten rekrutiert haben.

Die Bundesanwaltschaft wirft den drei Angeklagten vor, für die FDLR Pressemitteilungen verfasst und veröffentlicht zu haben. Die Erklärungen hätten dazu gedient, die Ideologie und politischen Ziele der Organisation zu verbreiten und deren "verbrecherisches Vorgehen" zu rechtfertigen. Einer der drei Männer soll die FDLR zudem finanziell unterstützt haben.

Für das Verfahren sind zunächst 43 Verhandlungstage bis Ende März 2014 angesetzt. Zwei der Angeklagten befinden sich seit ihrer Festnahme im Dezember 2012 in Untersuchungshaft. Bei dem dritten Angeklagten wurde der Haftbefehl im Februar dieses Jahres ausgesetzt.

Hintergrund der FDLR ist der vierjährige ruandische Bürgerkrieg 1990 bis 1994 zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi, der in dem Völkermord an den Tutsi gipfelte. Die FDLR wurde laut Bundesanwaltschaft von aus Ruanda geflohenen Verantwortlichen des Völkermords gegründet und besteht überwiegend aus Hutu-Mitgliedern. - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare