Neuer Fleischskandal - NRW prüft mögliche Lieferungen

DÜSSELDORF - Der Pferdefleisch-Skandal verunsichert Verbraucher schon seit Monaten. Auch ein Großhändler in den Niederlanden soll den Käufern nun falsch deklariertes Fleisch untergejubelt haben. Ob auch NRW betroffen ist, wird geprüft.

Nordrhein-Westfalen prüft, ob in dem neuen Fall um falsch deklariertes Pferdefleisch tatsächlich auch Lieferungen an Rhein und Ruhr gingen. Nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums wurden inzwischen die Namen der Betriebe ermittelt, die seit 2011 Ware von dem niederländischen Hersteller bezogen haben könnten. Es seien praktisch alle Bundesländer tangiert, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU).

Ihr nordrhein-westfälischer Amtskollege Johannes Remmel (Grüne) mahnte erneut bessere Lebensmittelkontrollen an. Laut dem Düsseldorfer Ministerium steht aber noch nicht fest, ob mit Pferdefleisch vermischtes Rindfleisch wirklich nach NRW geliefert wurde. Der niederländische Großhändler habe mehr als 30 Kunden in NRW.

Die niederländischen Behörden hätten bisher noch keine Lieferlisten zur Verfügung gestellt. "Wir wissen nicht, wann die Betriebe was erhalten haben", sagte ein Ministeriumssprecher. Verdächtige Ware solle bei den Überprüfungen gegebenenfalls sichergestellt oder Vertriebswege aufgeklärt werden.

Laut EU-Kommission ist zwischen dem 1. Januar 2011 und dem 15. Februar 2013 falsch etikettiertes Fleisch gehandelt worden. Der größte Teil der 50 000 Tonnen Fleisch wurde nach Angaben der niederländischen Kontrollbehörden vermutlich bereits verzehrt. Doch ein Teil sei auch in Tiefkühlprodukten verarbeitet worden.

Konsequenzen seien notwendig, stellte Minister Remmel in einer Mitteilung fest. Die Vorgaben für Lebensmittelkontrollen müssten verbessert werden. NRW habe bei der am Donnerstag beginnenden Agrarministerkonferenz den Antrag gestellt, bundesweit die Mindeststandards für Eigenkontrollen von Futtermitteln und Lebensmitteln festzuschreiben: "Wir fordern, dass in den Betrieben verstärkt Eigenkontrollen im Hinblick auf gesundheitsrelevante Schadstoffe und zum Schutz vor Verbrauchertäuschung durchgeführt werden." - dpa

Quelle: wa.de

Rubriklistenbild: © dpa

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