Fußball-EM: Handel zufrieden, aber nicht euphorisch

KÖLN - Jubeln, knabbern und trinken gehören zusammen: Die Fußball-EM soll nicht nur die Stimmung der Fans, sondern auch die Umsätze des Handels in die Höhe treiben. Teilweise klappt das schon. Alle hoffen auf gutes Wetter und einen deutschen Sieg beim Viertelfinale.

Von Petra Albers

Chips, Bier und Deutschland-Trikot - für viele Fans gehört das zum Fußball dazu. Zum Glück, finden Handel und Gastronomie. Das EM-Fieber macht sich in einigen Bereichen inzwischen auch wirtschaftlich bemerkbar. Fanartikel gehen gut weg; und der Absatz von Knabberzeug in den vergangenen Wochen liege um mehr als zehn Prozent über dem Vorjahreszeitraum, berichtet der Süßwarenhandelsverband Sweets Global Network. Das Viertelfinalspiel Deutschland - Griechenland an diesem Freitag soll dem Geschäft noch einen ordentlichen Schub verleihen - allzu euphorisch sind die Händler aber nicht.

"Wir merken deutlich, dass die Fans vor dem Fernseher ihre Nervennahrung brauchen", sagt Rewe-Sprecher Andreas Krämer. Produkte wie Chips, Flips und Nüsse seien stark gefragt. "Und wenn am Freitag das Wetter mitspielt, werden viele Fans bestimmt auch Grillfeiern veranstalten - gut für den Verkauf von Fleisch und Getränken", meint Krämer. Allzu euphorisch ist er dennoch nicht: "Wir werden durch die EM schon Impulse spüren, aber der Umsatz wird deswegen nicht durch die Decke gehen."

Ähnlich sieht das der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. "Für viele Betriebe ist die EM zwar ein schöner Mitnahmeeffekt, aber letztlich nicht ausschlaggebend fürs Jahresgeschäft", sagt der Sprecher des Dehoga NRW, Thorsten Hellwig. Viele Kneipen haben Fernseher oder Leinwände aufgestellt, aber so richtig profitierten sie nur, wenn Deutschland spielt. "Es ist was anderes als bei der WM im eigenen Land, als viele auswärtige Gäste nach Deutschland kamen", sagt Hellwig.

"Das Viertelfinale am Freitag lässt uns hoffen, da das Wochenende bevorsteht und das Wetter hoffentlich gut wird", erklärt Marc-Oliver Huhnholz vom Deutschen Brauer-Bund. Bisher mache sich die EM noch nicht besonders bemerkbar. Aber je weiter Deutschland kommt und je besser das Wetter ist, desto größer werde der Bierdurst der Fans. "Aufs Jahr gerechnet, ist der Effekt aber eher gering."

Zufrieden mit dem bisherigen EM-Geschäft ist der Sporthandel. "Unsere Erwartungen wurden erfüllt, Umsatzsteigerungen sind spürbar", heißt es bei Sportscheck. Der größte deutsche Sporthändlerverbund Intersport sieht "eine sehr schöne Entwicklung" mit einem zweistelligen Umsatzplus. Renner seien Mannschaftstrikots - an erster Stelle natürlich Deutschland, aber auch Italien, Spanien, Frankreich und Portugal liefen gut. Bei Galeria Kaufhof sind Trikots, Bälle und Fan-Shirts die Verkaufsschlager. Fanartikel wie Schals, Caps und Schminke seien ebenfalls begehrt.

"Wir hoffen, dass die deutsche Mannschaft noch möglichst weit kommt", sagt eine Sprecherin des Handelsverbands NRW. "Denn wenn die Verbraucher gute Laune haben, ist das gut für den Einzelhandel." - dpa

Quelle: wa.de

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