Kölner Dom bekommt kein Auffangnetz

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KÖLN - Der abgebrochene Stein vom Wochenende war bereits der zweite innerhalb von zwei Wochen. Die beiden Fälle seien jedoch nicht miteinander vergleichbar, sagt der stellvertretende Dombaumeister Peter Füssenich.

Obwohl am Samstagabend erneut ein Stein vom Kölner Dom abgebrochen und auf die Domplatte gefallen ist, schließt die Dombauhütte an dieser Stelle Auffangnetze zur Sicherung aus. "Dort passiert nichts mehr", sagte der stellvertretende Dombaumeister Füssenich.

Mitarbeiter der Dombauhütte untersuchten die Stelle in 15 Meter Höhe mit Hilfe eines Hubwagens, ein kleiner Teil der westlichen Domplatte war abgesperrt. Grund für den Abbruch sei ein durch Unebenheiten im Stein ausgelöster Riss im Inneren. Der habe die Einflüsse von Kälte, plötzlichen Temperaturwechseln und Regen verstärkt, sagte Füssenich.

Nach Absprache mit der Stadt solle die Absperrung auf der Domplatte wieder aufgehoben werden, damit "die Besucher wieder unbesorgt den Dom betreten" können. Ein gewisses Restrisiko bestehe bei einem Gebäude dieses Alters laut Füssenich aber immer.

Der faustgroße Stein hatte sich am Samstagabend um kurz nach 20 Uhr an der Westseite gelöst und war aus 15 Meter Höhe heruntergefallen. Er schlug etwa einen Meter von der Außenwand entfernt auf dem Platz vor der Kathedrale, der sogenannten Domplatte auf.

Es handelt sich um den Kopf einer Sitzfigur aus Obernkirchener Sandstein aus dem 19. Jahrhundert. Schon Anfang November hatte sich ein 1,5 Kilogramm schwerer Steinbrocken vom Südturm gelöst und war zu Boden gefallen.

"Hier ist es ein ganz anderer Fall", sagte Füssenich. Anders als der Stein vom Wochenende sei jener aus dem Mittelalter, somit wesentlich älter und anfälliger für Witterungsschäden.

Anfang November hatte die Dombauhütte "natürliche Verwitterung" als Grund für den Steinschlag genannt. Auch hier wurde auf ein Auffangnetz verzichtet. In beiden Fällen wurde niemand verletzt. - dpa

Quelle: wa.de

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