Nach Sauerland-Abwahl in Duisburg gilt SPD-Bewerber als Favorit

Adolf Sauerland

DUISBURG - Die Abwahl von Duisburgs CDU-OB Sauerland wegen der Loveparade hat bundesweit Schlagzeilen gemacht. Vier Monate später steht die Stadt vor der Wahl des Nachfolgers. Der SPD-Bewerber hat gute Chancen. Die leeren Stadtkassen bestimmen den Wahlkampf.

Nach der Abwahl des Duisburger CDU-Oberbürgermeisters Adolf Sauerland wegen der Loveparade-Katastrophe könnte die lange "rot" regierte Industriestadt wieder an die SPD zurückfallen. Der OB-Kandidat der SPD und frühere Landtagsabgeordnete Sören Link (35) gilt angesichts erdrückender SPD-Mehrheiten in Duisburg schon wegen seiner Parteizugehörigkeit als Favorit, zumal sich die politische Konkurrenz nicht auf einen starken Gegenkandidaten einigen konnte. Neben Link treten bei der Oberbürgermeisterwahl am 17. Juni zwölf Mitbewerber an. Sauerland war am 12. Februar bei einem Bürgerentscheid aus dem Amt gewählt worden.

Der SPD-Kandidat ist gebürtiger Duisburger, hat in seiner Heimatstadt Politik studiert und danach in der Schulabteilung der Bezirksregierung Düsseldorf gearbeitet. Bei der OB-Direktwahl ist er der jüngste Kandidat. Link ist seit 1993 SPD-Mitglied und hatte 2005 und erneut 2010 den Sprung in den Landtag geschafft. Als aussichtsreichste weitere Kandidaten gelten die ehemalige Grünen-Landtagsabgeordnete Ingrid Fitzek, der ehrenamtliche Bürgermeister Benno Lensdorf (69, CDU) und der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Michael Rubinstein (40). Er wird von FDP und Piraten unterstützt.

Falls kein Kandidat die absolute Mehrheit der gültigen Stimmen erreicht, ist zwei Wochen später für den 1. Juli eine Stichwahl mit den zwei stärksten Bewerbern angesetzt. "Die spannende Frage ist: Kommt es zur Stichwahl und wer tritt gegen Link an", sagte der Duisburger SPD-Geschäftsführer Jörg Lorenz. Hauptthema im Wahlkampf ist die Überschuldung der Stadt. Dabei geht es vor allem um Kürzungen für ein Sanierungskonzept, das bis Ende des Monats in der Stadt beschlossen werden soll. Dazu tobt öffentlich ein heftiger Streit etwa um höhere Kindergartengebühren und Gewerbesteuern oder ein Aufkündigen der "Opern-Ehe" mit Düsseldorf. - lnw

Quelle: wa.de

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