Nach Massenkarambolage auf A 31 prüft Polizei die Wetterberichte

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Unfallstelle auf der A 31 bei Heek: 50 Fahrzeuge fuhren ineinander. Die Massenkarambolage wurde vermutlich durch einen relativ harmlosen Auffahrunfall ausgelöst. Allerdings herrschte zum Unfallzeitpunkt dichter Nebel auf der Autobahn.

HEEK - Nach dem schrecklichen Autobahnunglück im Münsterland warnt die Staatsanwaltschaft vor verfrühten Schuldzuweisungen. Die Ermittler müssen noch viele Zeugen befragen – und sichten Wetterberichte.

Nach der Massenkarambolage im Nebel mit drei Toten und mehr als 50 beteiligten Autos schauen sich die Ermittler im Münsterland die Wetterberichte vom Unglücksabend an. „Nebelbänke mögen eine Teilschuld gehabt haben“, sagte eine Polizeisprecherin gestern in Münster. Die Beamten prüften deshalb Wettervorhersagen und Nebelwarnungen vom Freitagabend. Es gehe auch darum, zu ergründen, inwieweit Fahrer mit der Gefahr rechnen mussten. Das Unglück hatte sich auf der A 31 bei Heek ereignet.

Die Polizei habe bisher nur wenige Beteiligte des Unfalls befragt, sagte die Sprecherin. „Viele Verletzte können noch nicht vernommen werden. Wir wollen sie nicht noch mehr belasten als ohnehin schon.“ Bei 52 beteiligten Fahrzeugen mit durchschnittlich zwei Insassen pro Wagen sei der Aufwand deutlich höher als bei einem gewöhnlichen Unfall. „Fast 100 Leute zu befragen wird einige Wochen in Anspruch nehmen.“ Mehrere Gutachter und Ingenieure hatten die Unfallstelle besucht, um den Hergang nachzuvollziehen. Das Unglück hatte nach ersten Erkenntnissen mit einem Blechschaden von zwei Autos begonnen.

Die Staatsanwaltschaft warnte vor verfrühten Schuldzuweisungen. „Ich bin mir nicht sicher, ob man die genaue Ursache oder den Verursacher ermitteln kann“, sagte ein Sprecher in Münster. „Es gibt im Nebel viele Reaktionen, die man den Fahrern kaum vorwerfen kann, weil sie aus Schreck und Panik entstehen.“

Auch in Aachen hatte es am Wochenende ein schweres Unglück auf der Straße gegeben. Fünf Menschen waren gestorben. Der Polizei zufolge spielte die Witterung dort keine Rolle. „Nebel ist ausgeschlossen“, sagte ein Sprecher. „Es war sternenklar und die Fahrbahn war trocken.“ Für wahrscheinlicher halten die Ermittler, dass der 24 Jahre alte Fahrer zu schnell gefahren und deshalb auf die Gegenfahrbahn geraten war. Nun gelte es herauszufinden, was sich kurz vor dem Unfall im Wagen abspielte. Die 20 Jahre alte Beifahrerin ist die einzige Überlebende aus dem Auto, das den Unfall verursachte. Unbeteiligte Zeugen gibt es nicht. - dpa

Quelle: wa.de

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