Sexuelle Handlungen vor der Webcam vollzogen

Nach heißem Facebook-Flirt: Mann aus Plettenberg um Geld erpresst

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Plettenberg - Ein Mann aus dem sauerländischen Plettenberg ist Opfer einer sogenanten "Sextortion" geworden - einer organisierten Erpressung mit sexuellem Hintergrund. Über Facebook wurde es "heiß" - und teuer. Was geschehen ist - und was die Polizei rät.

Sextortion - Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern Sex und Extortion ("Erpressung") zusammen. Es beginne oft mit einem harmlosen Flirt - so auch im konkreten Fall. Über Facebook wurde es dann schnell "heiß" - und teuer, wie die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis mitteilt.

Laut Polizei hatte der Mann aus Plettenberg "vor wenigen Tagen über das soziale Netzwerk Facebook eine Frau kennengelernt. Erst brachte die Dame ihn zu sexuellen Handlungen vor der Webcam, dann erpresste sie ihn. Er solle einen vierstelligen Euro-Betrag überweisen, andernfalls wolle sie das Video veröffentlichen", so die Ermittler.

Das Opfer habe die Summe herunterhandeln können und dann über Zahlungsdienste in zwei Tranchen Geld an einen Empfänger im Ausland gezahlt. "Unter dieser Bedingung versprach die Erpresserin, den Film zu löschen. Doch tatsächlich stellte sie weitere Geldforderungen. Darauf ließ sich der Mann jedoch nicht mehr ein, fasste sich ein Herz, marschierte zur Polizei und erstattete Anzeige", heißt es weiter.

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Bei dem bekannten Trick der "Sextortion" bringen Betrüger ihre Opfer laut Polizei dazu, sich vor der Webcam auszuziehen und sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen. Anschließend erpressen sie die Adressaten und fordern hohe Geldsummen oder Zahlungen in der virtuellen Währung "Bitcoin". 

Es gebe auch eine Variante, bei der die Täter einfach auf Verdacht Erpresserschreiben per E-Mail verschicken würden. "Auch in diesem Fall behaupten die Erpresser, kompromittierende Sexvideos aufgenommen zu haben. Sie schreiben, dass sie sich auf den Computer ihrer Opfer gehackt und dann Aufnahmen gemacht haben", schildert die Polizei.

Die warnt dringend davor, auf die Forderungen einzugehen:

  • Wird in den Mails ein bekanntes Passwort genannt, sollte dieses umgehend geändert werden.
  • Der Kontakt mit dem Erpresser sollte sofort abgebrochen werden.
  • Sichern Sie Chatverläufe und Nachrichten per Bildschirmfoto ("Screenshot") und erstatten Sie Anzeige.
  • Kontakten Sie, wenn möglich, den Betreiber der Internet-Seite und veranlassen Sie die Löschung des Bildmaterials. Unangemessene Inhalte lassen sich beim Seitenbetreiber über eigens hierfür eingerichtete Buttons melden.
  • Nutzer sozialer Medien können sich vorbeugend schützen. Auch wenn die Versuchung noch so groß ist: Nehmen Sie keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen an, erst recht nicht von freizügig bekleideten Frauen, die auf anderen Kontinenten leben.
  • Prüfen Sie regelmäßig Ihre Account- und Privatsphäre-Einstellungen.
  • Verzichten Sie darauf, jedermann persönliche Daten zugänglich zu machen. Dazu gehören auch Adresse oder Geburtsdatum.
  • Stimmen Sie nicht ohne weiteres einem Videochat zu. Im Zweifel kleben Sie die Chatkamera zunächst ab. Wer diese Funktion zum Beispiel an seinem Laptop nicht verwendet, der kann dies auch prophylaktisch und generell tun. Denn bestimmte Schadstoff-Software kann tatsächlich unbemerkt die Webcam aktivieren. 
  • Lehnen Sie Entblößungen oder intime Handlungen vor Personen ab, die Sie erst seit kurzem kennen. 
  • Halten Sie Betriebs- und Virenschutzsysteme auf aktuellem Stand.

Quelle: wa.de

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